Vegan im Badezimmer: Beauty mit Bedacht

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Vegane Kosmetik – Was bedeutet das eigentlich?

Veg­anes Essen ist derzeit in aller Munde und pflan­zliche Rezepte kann man über­all bekom­men. Fast jed­er, der sich aus­führlich­er mit der eige­nen Gesund­heit befasst, weiß mit­tler­weile, was veg­an bedeutet und hat veg­ane Ernährung schon ein­mal aus­pro­biert. Das ist klasse, denn wie heißt es so schön? Du bist, was du isst. Schön­heit kommt bekan­ntlich vor allem von innen und eine pflan­zliche Ernährung trägt defin­i­tiv zum Wohlbefind­en und damit auch zur Ausstrahlung bei. Doch nicht nur veg­anes Essen tut dem Kör­p­er gut. Habt ihr schon ein­mal darü­ber nachgedacht, auch eur­er Haut (unserem größten Organ) mit veg­a­nen Pro­duk­ten Gutes zu tun?

Meine eigenen drei Regeln für die Kosmetikprodukte, die ich kaufe und benutze, sind:

  • Möglichst natür­liche Inhaltsstoffe (sprich am lieb­sten Naturkos­metik)
  • Keine Tierver­suche
  • Keine Inhaltsstoffe von Tieren
Vegan_im_Bad_Notizblock

© Fred­erik Fer­schke

Ihr braucht keine Sor­gen zu haben, dass mit diesen Anforderun­gen und Regeln das Badez­im­mer plöt­zlich kom­plett leer wird. Ganz im Gegen­teil, denn viele Kos­metikher­steller haben den Trend erkan­nt und stellen nun entwed­er veg­ane Pro­duk­te her oder kennze­ich­nen ihre veg­a­nen Pro­duk­te mit der Veg­an­blume oder eige­nen Siegeln, sodass sie für Kon­sumenten beim Einkauf leicht zu erken­nen sind.

  • Siegel Erklärung: Veganblume

    Was ist die Veg­an­blume?

    Die Veg­an­blume ist ein inter­na­tion­al anerkan­ntes Güte­siegel, das veg­ane Pro­duk­te aller Art kennze­ich­net. Sie wird auss­chließlich von der Veg­an Soci­ety vergeben, die 1944 in Eng­land von dem Urgestein des Veg­an­is­mus, Don­ald Wat­son, gegrün­det wurde.

    Welche Kri­te­rien müssen Pro­duk­te erfüllen, um das Siegel zu erhal­ten?

    Ein Pro­dukt darf, um die Veg­an­blume zu erhal­ten, nicht nur keine Tier­pro­duk­te ver­wen­den, son­dern außer­dem kein­er­lei Bezug zu Tierver­suchen haben. Dabei geht es nicht nur um die eigentlichen Inhaltsstoffe des Pro­duk­tes, son­dern auch auf die Hil­f­sstoffe zur Pro­duk­tion sowie der Ver­pack­ung. Die Veg­an­blume wurde einge­führt, damit Veg­an­er schnell sehen kön­nen, ob ein Pro­dukt für sie infrage kommt ist oder nicht. Eine Liste der gekennze­ich­neten Pro­duk­te find­et man auf der Home­page der Veg­an Soci­ety.

    Weit­ere Tipps für veg­ane Pro­duk­te

    Hier find­et ihr all­ge­meine und ein­fache Tipps, wie ihr tierischen Inhaltsstof­fen aus dem Weg gehen kön­nt.

  • Siegelerklärung: Cruelty free

    Der Begriff „Cruelty-free“ heißt über­set­zt „ohne Grausamkeit“, gemeint ist damit aber vielmehr die Bedeu­tung „tierver­suchs­frei“. Benutzt wird diese Beze­ich­nung vor­wiegend im Zusam­men­hang mit Kos­meti­ka und Haushalt­spro­duk­ten, für die Tierver­suche durchge­führt wer­den kön­nen.

    Üblicher­weise wird bei Kos­metikpro­duk­ten in diesem Kon­text zwis­chen den Eigen­schaften „cruelty-free“ und „veg­an“ unter­schieden. Während sich ersteres nur auf Test­meth­o­d­en bezieht, beschreibt die Eigen­schaft „veg­an“ das Fehlen von tierischen Inhaltsstof­fen, wie zum Beispiel Bienenwachs oder Karmin.

    Die Organ­i­sa­tion Cruelty-free Inter­na­tion­al set­zt sich weltweit für das Ende von Tierver­suchen für Kos­metik und Haushalt­spro­duk­ten ein. Um Kon­sumenten den Kauf von tierver­suchs­freien Pro­duk­ten zu erle­ichtern und diese deut­lich zu kennze­ich­nen, wurde das Zer­ti­fikat „Leap­ing Bun­ny“ einge­führt. Zudem hat die Tier­recht­sor­gan­i­sa­tion PETA ein eigenes Siegel entwick­elt: Unternehmen kön­nen damit ihre Pro­duk­te als „cruelty-free“ oder „cruelty-free and veg­an“ kennze­ich­nen.

Bevor es an die Vorstel­lung von eini­gen Pro­duk­ten geht, ein kurz­er Blick auf die gängig­sten Inhaltsstoffe in Kos­meti­ka, die von Tieren stam­men:

  • Bienenwachs
  • Wollwachs (Lano­lin)
  • Sei­de
  • Karmin
  • Col­la­gen
  • Fettsäuren
  • Molke
  • Glyc­erin
  • Rinder­talg
  • Urea
  • Schel­lack

Gut zu wis­sen: Naturkos­metikher­steller dür­fen mit Aus­nahme von Karmin nur Inhaltsstoffe von leben­den Tieren benutzen, Tierver­suche sind hier eben­falls nicht erlaubt.

Als ich veg­an wurde, habe ich viel Zeit mit dem Lesen von Etiket­ten ver­bracht – ger­ade bei Kos­metikpro­duk­ten ver­ste­ht man die einzel­nen Inhaltsstoffe oft nicht auf Anhieb und die Recherche ent­pup­pt sich erst mal als aufwendig. Das mag vie­len sich­er müh­sam erscheinen, aber je mehr ich gele­sen und erfahren habe, desto bess­er fand ich es, dass ich nun weiß, was tat­säch­lich alles in Kos­metikpro­duk­ten steck­en kann.

Kaffeetasse veganer nagellack

Beson­ders erwäh­nenswert und seit Jahren ein­er mein­er Lieblinge ist die Marke i+m Naturkos­metik aus Berlin. Schon früh hat Inge Stamm, die Grün­derin der Marke, fest­gestellt, dass pflan­zliche Inhaltsstoffe viel verträglich­er und wirkungsvoller als tierische Bestandteile sind. Auch in den Pro­duk­ten der Naturkosmetik-Luxusmarke Anan­né aus der Schweiz befind­en sich kein­er­lei tierische Stoffe – das war für den Fir­men­grün­der Dr. Urs Pohlmann von Anfang an selb­stver­ständlich. Seine Kos­metik soll möglichst weni­gen und wenigem schaden und er möchte seinen Kun­den das gute Gefühl bieten, dass andere nicht für die eigene Schön­heit lei­den müssen.

Damit ihr nun nicht stun­den­lang Etiket­ten studieren müsst, stelle ich hier einige der Pro­duk­te vor, die sich auch in meinem Badez­im­mer befind­en.

Vegane Reinigungsprodukte für Gesicht und Körper

vegane reinigungsprodukte körper

© Vir­ginia Pech

  • Für die Zähne: Biol­o­gisch abbaubare Zahn­bürste aus Bam­bus von Hydrophil, Zah­n­pas­ta mit Vita­min B12 von Sante
  • Gesicht­sreini­gungsmilch und Gesichtswass­er von i+m Naturkos­metik, eben­falls sehr gut ist die Reini­gungsmilch 2 in 1 von Lav­era
  • Sham­poo von Wele­da oder prak­tisch für die Reise: Sham­poo in fes­ter Form von Lush
  • Haar­spülung von Alverde
  • Ein Allround-Produkt ist die Seife von Dr. Bron­ner, die zum Duschen, als Sham­poo, aber auch als Zah­n­pas­ta, Wasch- oder Spülmit­tel ver­wen­det wer­den kann
  • Duschcreme von Wele­da sowie Dusch­peel­ing in fes­ter Form von Lush
Naturkos­metik für den Kör­p­er

Vegane Pflege für Gesicht und Körper

Vegane Koerperpflege

© Vir­ginia Pech

  • Augenpflege, Feuchtigkeit­spflege sowie Gesicht­söl von i+m Naturkos­metik
  • Kör­per­bal­sam von Dr. Hausch­ka, Kör­per­creme von Grown Alchemist sowie Body Marme­lade von Kivvi
  • Reich­haltige Creme mit dem Geruch von weißer Schoko­lade von MuLon­don für Ell­bo­gen oder andere trock­ene Haut­stellen
  • Reich­haltiger Lip­penpfleges­tift von Hur­raw!
  • Handpflege von Aesop
  • Deodor­ant von Wele­da und Soap­wal­la
Naturkos­metik für Gesicht und Hände

Veganer Glamour für den Tag

Vegane Gesichtspflege

© Vir­ginia Pech

  • BB Cream von Fair Squared Cos­met­ics und CC Cream von Log­o­na
  • High­lighter und Con­ceal­er von Alverde
  • Mas­cara von Ilia Beau­ty
  • Nagelpfleges­tift von Wele­da, Nag­el­lack­ent­fern­er von Sante, Nag­el­lack von benecos
  • Lip­pen­s­tift von Beau­ty With­out Cru­el­ty
  • Festes Par­fum von Lush

Veganer Glamour für den Abend

VeganeKosmetik

© Vir­ginia Pech

  • Make-up und Con­ceal­er von Alverde
  • Mas­cara von Beau­ty With­out Cru­el­ty
  • Nag­el­lack von Inten­sae, Nag­el­lack­ent­fern­er von benecos
  • Lip­pen­s­tift von Lush sowie flüs­siger Lip­pen­s­tift von Lime Crime
  • Par­fum von Flo­ras­cent Apothe­cary

Hin­ter­lasst gerne einen Kom­men­tar, was eure lieb­sten veg­a­nen Kos­metikpro­duk­te sind oder nach welchen veg­a­nen Pro­duk­ten ihr ger­ade auf der Suche seid.

Wer sein Bad nicht nur veg­an, son­dern auch plas­tik­frei ein­richt­en möchte, find­et hier unsere 5 Tipps zur Plas­tikver­mei­dung im Badez­im­mer.

Titel­bild: © Hen­drik Thiele

Alleskönner – Basics aus nachhaltiger Baumwolle

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Was in keinem Kleiderschrank fehlen darf, sind ein paar gute Basics aus nachhaltiger Baumwolle. Klamotten, die man zu fast jeder Gelegenheit anziehen kann und damit trotzdem immer passend gekleidet ist. Julia und ich haben ein Longsleeve gefunden, das universal einsetzbar ist: im Business-Meeting, auf dem Spielplatz, beim Chillen auf dem Sofa oder auch auf der nächsten Party. Zu Besuch beim "Holy Heimat" – Weihnachtsmarkt Am Sonntag waren wir damit beim „Holy Heimat“-Weihnachtsmarkt in Berlin-Friedrichshain unterwegs. In wunderbar urbaner Atmosphäre gibt es hier Weihnachtsstimmung auf eine weniger plumpe Art aufzusaugen. Schöne Streetfood-Stände, eine kleine Eisbahn für Familys und ein Design-Markt machen „Holy…

Hallo, ich bin Franziska und schreibe seit August 2010 auf meinem Blog „Veggie Love“ über veganes Leben von Kopf bis Fuß und auf dem Teller. Bei mir dreht sich alles...

Zum Autor

Dienstag, 23. Oktober 2018, 9:24 Uhr

Danke für die coolen Tipps zu veg­a­nen Pflege­pro­duk­ten! Ich wollte schon lange auf veg­ane Kos­metik umsteigen, doch ich wusste nie, wo ich anfan­gen sollte. Beson­ders gefällt mir daran, dass veg­ane Kos­metik heißt, dass es keine Tierver­suche gab und umweltverträglich ist. Eure Tipps werde ich so bald wie möglich umset­zen!
LG

Sarah
Donnerstag, 5. Januar 2017, 13:36 Uhr

Hal­lo Angi,
da kann ich dir teil­weise nur zus­tim­men. Auf Grund der hohen Rein­heit die man für kos­metis­che Pro­duk­te benötigt kann man nur syn­thetisch hergestelltes Glyc­erin ver­wen­den, dies ist somit wed­er tierisch noch pflan­zlich.
Grüße

Sonntag, 19. April 2015, 10:02 Uhr

Hi,

schön­er Artikel, i+m mag ich auch sehr gern und die Lip Con­di­tion­ing Treat­ment Lip­pen­s­tifte von ilia musst du mal testen, Far­ben hal­ten super! Allerd­ings habe ich eine kleine Anmerkung: Glyc­erin ist inzwis­chen entwed­er pflan­zlich oder syn­thetisch. Aus tierischen Quellen wird es eigentlich nicht mehr gewon­nen 😉

Liebe Grüße
Angi