Nachhaltiges Grillen: 6 einfache Tipps

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Die Grill­sai­son ist da und wir zeigen dir, wie nach­haltiges Grillen ohne schlecht­es Gewis­sen geht, warum Bam­buskohle bess­er ist als nor­male Gril­lkohle, wie du Müll ver­mei­dest und welch­es Grillgut deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck klein hält.

Grillen im Park

Ein Som­mer ohne Grillen ist wie ein Som­mer ohne Son­nen­schein. Und wenn das Grillen auch noch nach­haltig geschehen soll, fällt dieses Freiluft-Vergnügen wohl eher ins Wass­er – denkt man. Müll­berge im Park, in Plas­tik ver­pack­tes Grillgut … Von der richti­gen Gril­lkohle über den Anzün­der bis hin zum Fleisch kann man schnell daneben liegen. Doch nach­haltig und umweltscho­nend zu grillen, ist gar nicht so schw­er. Mit der richti­gen Pla­nung und ein­er gut durch­dacht­en Einkauf­s­liste kann man der Natur dur­chaus einen Gefall­en tun.

Mehrweg statt Einweg: Der Grill

Statt Wegwerfgrill Dreibein Grill

Das wichtig­ste Uten­sil beim nach­halti­gen Grillen ist natür­lich der Grill an sich. Die gold­ene Regel: Fin­ger weg vom Ein­weg­grill! Der verur­sacht, wie jed­er Wegwerf-Artikel, unnöti­gen Abfall und ist somit eine richtige Öko-Sünde. Außer­dem ist die Kohle mit Brandbeschle­u­niger bezo­gen. Der set­zt unge­sunde Dämpfe frei und die soll­ten auf dem Gegrill­ten nichts zu suchen haben. Und: Der Ein­weg­grill bren­nt meist nur eine Stunde – das ist sowieso viel zu kurz für einen Gril­l­abend mit Fre­un­den. Es muss ja nicht gle­ich ein teur­er Weber-Grill sein. Auch das klas­sis­che Dreibein-Modell aus Met­all kann viele Jahre hal­ten. Außer­dem lässt er sich gut auseinan­der­bauen und trans­portieren. Es gibt aber auch andere Grill-Alternativen, die prak­tisch für unter­wegs, den Balkon oder Garten sind.

Nach­haltiger grillen mit einem Mehrweggrill:

Der Lotus Grill

Bist du der Unterwegs-Griller, der sich gerne mit Fre­un­den im Park oder am See trifft? Dann ist der Lotus Grill eine nach­haltige Alter­na­tive zum Ein­weg­grill, die per­fekt zu dir passt. Er ist mit 30 Zen­time­tern Durchmess­er klein und mit nur knapp vier Kilo ein Leicht­gewicht unter den lan­glebi­gen Grills. Du kannst ihn ein­fach in der passenden Tasche trans­portieren und über­all mit hin­nehmen. Sein großer Vorteil für alle, die auf dem Balkon grillen: Er raucht nicht – obwohl er mit Gril­lkohle betrieben wird. Das Geheim­nis: Der einge­baute Ven­ti­la­tor, der über Bat­te­rien betrieben wird. Er lässt die Luft zirkulieren und den Rauch ver­schwinden. Die äußere Schale bleibt beim Grillen kalt, was ihn im Ver­gle­ich zum gün­sti­gen Ein­weg­grill deut­lich sicher­er macht. Nur der Grill­rost wird heiß. Ein gutes Basic für nach­haltiges Grillen zuhause und unterwegs.

Der Solar-Grill

Noch nach­haltiger und umweltscho­nen­der kannst du mit einem Solar-Grill grillen. Er nutzt nur Sonnenen­ergie und ist ein echter Vor­re­it­er in Sachen erneuer­bare Energie. Du kannst ihn nicht nur tagsüber ver­wen­den, son­dern auch nachts. Denn ein guter Solar-Grill spe­ichert die Sonnenen­ergie und ist daher immer ein­satzbere­it, auch wenn es dunkel ist. Der Verzicht auf Gas, Strom und Holzkohle schont Ressourcen und ver­ringert die Schad­stoff­be­las­tung in der Luft. Es entste­ht kein Rauch und trotz­dem lassen sich die Solar-Grills auf bis zu 250 Grad hochheizen. Sie sind allerd­ings ver­gle­ich­sweise teuer. Ein Mod­ell der Marke GoSun Grill kostet beispiel­sweise 700 Euro.

Grillkohle kaufen: Bambuskohle & Co.

Grillkohle kaufen

Ein kurz­er Blick auf die Ver­pack­ung reicht aus, um sich­er zu gehen, dass bei der Her­stel­lung der Gril­lkohle kein Holz aus dem Regen­wald ver­wen­det wurde – denkt man zumin­d­est. Denn eigentlich sind die Her­steller dazu verpflichtet, einen kor­rek­ten Herkun­ft­snach­weis zu liefern. Das klappt aber nicht immer, wie der Grillkohle-Test 2020 von Öko-Test zeigt. Das beauf­tragte Labor fand in eini­gen Pro­duk­ten ein­deutig Tropen­hölz­er. Statt europäis­ch­er Hain­buche und Eiche – wie angegeben – wur­den tro­pis­che Hülsen­früchtler (Fabaceae) ver­wen­det. Nicht der einzige besorgnis­er­re­gende Fund. Der Grillkohle-Test zeigte außer­dem, dass viele Anbi­eter statt nur Holz, andere prob­lema­tis­che Zusatzstoffe ver­wen­den. Die Gril­lkohle zeigte im Unter­suchungsergeb­nis eine Verun­reini­gung mit Quarz, Steinkohle und Petrolkoks. Let­zteres wird aus Erdöl gewon­nen. Andere getestete Gril­lkohle enthielt Braunkohle. Die Ver­wen­dung fos­siler Brennstoffe ist beson­ders Kli­ma prob­lema­tisch, da sie viel CO2 freiset­zen. Der Grillkohle-Test zeigt also, dass ein Blick auf die Ver­pack­ung nicht immer genug ist, wenn du Gril­lkohle kaufen willst.

Bess­er sind nach­haltige Alter­na­tiv­en wie Olivenkerne, Wein­reben, Kokos­nusss­chalen oder Mais­spin­deln. Alles Abfall­pro­duk­te aus Ernte und Pro­duk­tion und damit gute Pro­duk­te für nach­haltiges Grillen. Bis auf die Kokos­nusss­chalen haben alle einen kurzen Trans­portweg, was den ökol­o­gis­chen Fußab­druck ver­ringert. Olivenkerne bren­nen sog­ar länger als han­del­sübliche Holzkohle. Einen Hak­en gibt es aber bei den Wein­reben als alter­na­tive Gril­lkohle: Sie kön­nen unter Umstän­den Pes­tizide aus der Weinin­dus­trie enthal­ten. Eine weit­ere Alter­na­tive ist Bam­buskohle. Bam­bus ist ein schnell nachwach­sender Rohstoff und ver­holzt bere­its nach drei Jahren. Da Bam­bus nicht gerodet, son­dern geschnit­ten wird, verur­sacht der Abbau keine Boden­ero­sion. In Asien gehört Bam­buskohle zu den tra­di­tionellen Brennstof­fen. Der Vorteil: Sie ver­bren­nt CO2-neutral und schwe­fel­frei mit ein­er dop­pelt bis dreifachen Bren­ndauer wie Holzkohle. Achtung: Altholz, Nadel­baumzweige und Papi­er gehören nicht auf den Grill. Sie set­zen kreb­ser­re­gende Stoffe frei. Für deine Gesund­heit ist es also bess­er, Gril­lkohle zu kaufen, statt auf pri­vat­en Abfall zurückzugreifen.

Natürlicher Grillanzünder

Natuerlicher Grillanzuender

Gril­lkohle kaufen? Abge­hakt. Jet­zt muss sie nur noch bren­nen. Damit es schneller geht, greift der ein oder andere gerne zum Brandbeschle­u­niger. Zwar ist das Anzün­den eine Wis­senschaft für sich, doch mit der passenden Tech­nik und dem richti­gen Mate­r­i­al geht das auch umwelt­fre­undlich. Denn Gril­lanzün­der sind eben­so chemiefrei zu haben und sind zudem noch geruch­sneu­tral. Die ökol­o­gis­che Alter­na­tive sind Kam­i­nanzün­der auf Holz­faser­ba­sis, die meist in Wachs getränkt sind. Oder kleine Strohknäule mit Wachs über­zo­gen. Die nach­halti­gen Gril­lanzün­der kannst du aber auch sel­ber machen, in fein­ster Upcy­cling-Manier: Ein­fach das übrig gebliebene Wachs ein­er Kerze schmelzen, Säge­späne hinzugeben und in einem Eierkar­ton por­tion­ieren und auskühlen lassen. Natür­lich geht es noch ein­fach­er: Kleine Holzstücke und trock­ene Äste lassen sich genau­so gut im Garten oder Park sam­meln. Und mal ehrlich: Im Sinne der Entschle­u­ni­gung ist doch auch beim Feuer­ma­chen der Weg das Ziel. Übri­gens: Mit­tler­weile gibt es auch flüs­sige Gril­lanzün­der, die auf Chemie verzicht­en, biol­o­gisch abbaubar sind und auf Pflanzen­ba­sis mit nachwach­senden Rohstof­fen pro­duziert wer­den. Damit ist nach­haltiges Grillen noch ein Stück ein­fach­er geworden.

Fleisch und Fisch nur in Bio-Qualität

Grillgut nachhaltig

Wenn die Gril­lkohle erst ein­mal bren­nt, kann es ja los­ge­hen. Und was kommt jet­zt auf den Grill? Natür­lich sind veg­e­tarische und veg­ane Grill­rezepte die nach­haltig­sten, aber wenn es doch Fleisch sein soll, dann sollte es nicht nur in Bio-Qualität sein, son­dern auch aus der Region stam­men. Das Argen­tinis­che Rind­fleisch hätte einen viel zu weit­en Weg zurück­zule­gen. Für den guten Geschmack sorgt sowieso meis­tens die Grill­mari­nade und die lässt sich leicht selb­st machen. Zudem weißt du dann auch, welche Zutat­en sich darin befind­en. Wer Fisch mag, sollte auf die Siegel zur Nach­haltigkeit und Pro­duk­tions­be­din­gun­gen acht­en. Das Marine Stew­ard­ship Coun­cil (MSC) Siegel garantiert, dass der Fisch umweltverträglich gefan­gen wurde. Und auch beim Grillen kann die Devise „weniger Fleisch“ gel­ten. Richtig mariniert schmeck­en Papri­ka und Auberginen genau­so gut wie ein Steak. Anstatt den Gril­lkäse in Alu­folie einzuwick­eln, eignen sich auch Rhabarber- oder Bana­nen­blät­ter, die sor­gen gle­ichzeit­ig für ein beson­deres Aroma.

Grillen ohne Müll: Alternativen zu Plastik

Nach­haltiges Grillen kommt natür­lich ohne viel Müll aus. Es gilt, auf Abfal­lver­mei­dung zu acht­en. Auf Ein­weggeschirr wie Pappteller und Plas­tikbesteck bzw. Plas­tik­bech­er soll­test du daher so gut wie möglich verzicht­en. Die Alter­na­tive: Richtiges Geschirr nutzen. Wenn möglich, bringt jed­er zum Grillen sein eigenes Geschirr mit, das zuhause abge­waschen wer­den kann. Das ist ein wenig mehr Aufwand und mit leichtem Gepäck geht es so nicht in den Park, aber du tust dafür viel, um Ressourcen und Umwelt zu scho­nen. Pro Kopf pro­duzieren wir in Deutsch­land rund 38 Kilo­gramm Plas­tik­müll pro Jahr und jährlich kom­men wir hierzu­lande auf 3 Mil­liar­den Ein­weg­bech­er. Diese Zahl lässt sich ver­ringern, indem du weniger Ein­weg­pro­duk­te ver­wen­d­est oder auf nach­haltigere Vari­anten zurückgreifst.

Hier find­est du nach­haltiges Camping-Geschirr:

Davon gibt es mit­tler­weile recht viele. Vom ein­fachen Papp­bech­er und der Kar­ton­schale aus recycel­tem Papi­er über Palmblatt-Teller bzw. -Schalen und Bambus-Geschirr. Diese Ein­weglö­sun­gen lassen sich aus Abfall­pro­duk­ten der Holzin­dus­trie her­stellen und sind zu 100 Prozent kom­postier­bar. Wenn es also gar nicht anders geht, dann lieber ökol­o­gisch unbe­den­klichere Pro­duk­te kaufen statt Plas­tikgeschirr. Tipp: Wenn du regelmäßig unter­wegs grillst, kannst du auch Camping-Geschirr aus Met­all ver­wen­den. Das geht beim Trans­port nicht kaputt und ist leichter als Steingut, Porzel­lan etc. Am besten bringst du dir Müll­säcke zum Grillen mit, damit du später den ent­stande­nen Müll mit­nehmen und entsprechend entsor­gen kannst.

Grill reinigen ohne Chemie

Grillrost reinigen

Wer seinen Grill zu Saison­be­ginn oder nach einem lan­gen Gril­l­abend erst ein­mal sauber bekom­men muss, muss nicht gle­ich zur Chemiekeule oder diversen Ofen- oder Ros­treinigern greifen. Oft reichen schon Haus­mit­tel wie Natron, Back­pul­ver oder Essig, um Einge­bran­ntes zu ent­fer­nen. Ein Topfreiniger-Schwamm aus Met­all kratzt auch dicke einge­bran­nte Krusten vom Rost. Auch den Rost ins feuchte Gras zu leg­en hil­ft. Wie das geht, liest du hier.

Fazit nachhaltiges Grillen

Nachhaltiges Grillen im Sommer

Im Som­mer aufs Grillen verzicht­en? Das möchte wohl nie­mand. Aber du kannst mit ein paar kleinen Umstel­lun­gen dafür sor­gen, dass das BBQ nicht zur Belas­tung für die Umwelt wird. Nach­haltiges Grillen funk­tion­iert so: Benutze keine Ein­weg­grills, son­dern einen Mehrweg­grill wie das klas­sis­che Dreibein oder einen mod­er­nen Solar-Grill bzw. Lotus-Grill. Achte beim Kauf der Gril­lkohle darauf, dass keine Tropen­hölz­er ver­wen­det wur­den, und beachte dafür auch den Grillkohle-Test von Öko-Test. Hier fie­len Pro­duk­te auf, die auf der Ver­pack­ung angaben, keine Tropen­hölz­er zu ver­wen­den, der Labortest stellt aber genau diese fest. Du kannst auch auf nach­haltigere Alter­na­tiv­en wie Olivenkerne, Wein­reben, Kokos­nusss­chalen, Mais­spin­deln oder Bam­buskohle zurück­greifen. Gril­lanzün­der auf Stroh- oder auf Holz­faser­ba­sis sind umwelt- und gesund­heitsverträglich­er als die chemis­chen Pro­duk­te. Ver­mei­de Müll­berge, indem du auf Ein­weggeschirr so gut wie mögliche verzicht­est. Camping-Geschirr oder Ein­weg­pro­duk­te aus nach­haltigeren Rohstof­fen wie Bam­bus sind eine gute Lösung. Und: weniger Fleisch. Stattdessen mehr Gemüse und wenn es unbe­d­ingt ein Steak sein soll, dann Bio-Qualität und mit möglichst kurzen Trans­portwe­gen für das Fleisch. Das spart CO2. Beim Reini­gen des Grills keine Chemie ver­wen­den, son­dern Haus­mit­tel wie Natron, Back­pul­ver, Essig und Co. Nach­haltiges Grillen ist so zwar etwas aufwendi­ger, aber wenn du die Basisausstat­tung erst mal hast, ist es abso­lut kein Prob­lem mehr.

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Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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