Share The Meal – Die App gegen den Welthunger

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Hier geht es direkt zum Down­load der ShareTheMeal-App: ShareThe­Meal für Android | ShareThe­Meal für iOS


Seit Anfang 2014 haben Bern­hard Kowatsch und Sebas­t­ian Strick­er an ihrer App gebaut. „ShareThe­Meal“ heißt sie und ihr Name ist Pro­gramm: Mit zwei Klicks kann der engagierte Smartphone-Nutzer Mikro­be­träge ab 40 Cent für Schul­mahlzeit­en in Lesotho spenden. Eine Mahlzeit „teilen“, nen­nt ShareThe­Meal das. Aus gutem Grund: Genau 40 Cent braucht das Wel­ternährung­spro­gramm der Vere­in­ten Natio­nen, das das Essen verteilt, um genau ein Kind einen Tag lang mit Nahrung zu ver­sor­gen. Mit­tels Schul­mahlzeit­en wird so aber nicht nur Nahrung aus­gegeben, son­dern Kinder wer­den auch motiviert, den Unter­richt zu besuchen und kön­nen sich mit vollem Magen bess­er konzen­tri­eren.

Wer spendet, muss üblicher­weise voll­stes Ver­trauen haben, dass sein Geld auch ankommt. Bei ShareThe­Meal dage­gen laden die Mitar­beit­er des Wel­ternährung­spro­gramms Bilder, Geo­t­ags und per­sön­liche Geschicht­en von Kindern, denen ShareThe­Meal hil­ft, in die App hoch. So kön­nen die Nutzer nachver­fol­gen, was mit ihren Spenden passiert. Wir haben Bern­hard und Sebas­t­ian ein paar Fra­gen zu ihren Beweg­grün­den und – natür­lich – zu ihrer App gestellt: re:SPONSE, please!

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Wie seid ihr auf die Idee gekom­men, ShareThe­Meal zu grün­den?

Bern­hard: Wer wie wir jahre­lang in der Ernährung­shil­fe arbeit­et, ken­nt die sta­tis­tis­chen Dat­en. Wie viele Men­schen an Hunger lei­den. Wie viel es kosten würde, sie alle zu ver­sor­gen. Eines Tages sind wir über eine andere Sta­tis­tik gestolpert: die Zahl der Smartphone-Nutzer. Uns fiel sofort auf: Es gibt zwanzig­mal mehr dieser Nutzer als hungernde Kinder.

Sebas­t­ian: Dadurch wurde die Idee geboren, diese bei­den Grup­pen – die Smartphone-Nutzer und die Kinder – zusam­men­zubrin­gen. 45 % aller Todes­fälle von Kindern unter fünf Jahren sind auf Hunger zurück­zuführen. 40 Cent pro Kind pro Tag kön­nten das ver­hin­dern. Eine Summe, die sich jed­er Smartphone-Nutzer leis­ten kann. Das Instru­ment, das das möglich macht, war der einzige Baustein, der noch gefehlt hat. Die ShareTheMeal-App ist dieses Instru­ment.

Kann man mit ShareThe­Meal noch mehr als nur spenden?

Sebas­t­ian: Ja, das Konzept geht weit­er. Das Tolle am Inter­net ist doch, dass es Men­schen verbindet – und eine App wäre ohne Inter­net nicht denkbar. Deshalb haben wir uns gedacht: Wieso diesen Apekt nicht auch nutzen? Deshalb kann man mit ShareThe­Meal zusät­zlich auch auf Face­book posten, wenn man gespendet hat. So kann man sich mit anderen Nutzern verbinden.

Bern­hard: Wer spendet bekommt zudem Feed­back aus dem Pro­gramm, in das sein Geld geht. Die Mitar­beit­er des Wel­ternährung­spro­gramms sind ja vor Ort, kön­nen Bilder machen und Geschicht­en sam­meln. Und zwar von den Kindern, die durch Spenden über ShareThe­Meal Essen erhal­ten. Die App verbindet somit auch die Helfer mit den Hil­fs­bedürfti­gen.

Und wer sind diese Hil­fs­bedürfti­gen eigentlich?

Sebas­t­ian: Das sind rund 50.000 Schulkinder in Lesotho, einem der Län­der mit der ger­ing­sten Ernährungssicher­heit. Wenn Kinder hungern, hat das nicht nur Langzeit­fol­gen für den einzel­nen Men­schen, son­dern auch für ein ganzes Land: Unter­ernährung zieht kör­per­liche und geistige Schä­den mit sich. Wer im Kinde­salter zu wenig zu essen hat, hat schlechte Chan­cen, im Erwach­se­nenal­ter wiederum für seine Kinder sor­gen zu kön­nen. Hunger führt zu Armut und man­gel­nder Bil­dung, bei­des führt wiederum zu Hunger. Wir helfen dabei, diesen Kreis­lauf zu durch­brechen. Dadurch stellen wir sich­er, dass ShareThe­Meal auch eine Langzeitwirkung hat.

Und wie genau funk­tion­iert das mit ShareThe­Meal?

Bern­hard: Für den End­nutzer ganz ein­fach. Die App ist in allen kon­ven­tionellen App-Stores (hier für Android und hier für iOS) erhältlich. Run­ter­laden, instal­lieren, ein­mal Kred­itkar­tendat­en oder Pay­Pal Dat­en angeben. Fer­tig. Von da an kann man spenden, wo und wann man will. Mit zwei Klicks. 40 Cent ist der kle­in­ste Beitrag, wer will kann auch mehr geben. Die App sagt einem dann, wie viel man gespendet hat und wie weit der Fortschritt in Lesotho ist. Und, nach ein paar Tagen, bekommt man die Rück­mel­dung aus Lesotho.

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Und zum Abschluss noch ein paar per­sön­liche Fra­gen:

Bern­hard, was ist dein schön­ster Moment in der Natur?

Als gebür­tiger Öster­re­ich­er bin ich natür­lich sehr gerne draußen in der freien Natur z. B. zum Sport oder ein­fach spazieren gehen. Beru­flich bed­ingt ist das zwar oft nur der näch­ste Park in der Nähe des Büros, aber auch da kann man zwis­chen­durch super abschal­ten. Ich freue mich vor allem über uner­wartete Momente – z. B. der Vogel, der mich mor­gens in der Stadt seit mehreren Wochen aufweckt.

Was war bei dir der größte Aus­lös­er für ein nach­haltigeres Leben?

Ich habe mich immer schon für den Social-Impact-Bereich inter­essiert, sei es nun Bil­dung, Hunger oder Men­schen­rechte. Ich habe mich während mein­er Zeit als Unternehmens­ber­ater entschlossen, ein­mal Social Impact nicht nur als Zusatza­k­tiv­ität, son­dern als beru­fliche Tätigkeit zu machen. Die ersten Monate der Arbeit bei der UNO im UN World Food Pro­gramme haben mich total in dieser Entschei­dung bestätigt. Die pos­i­tiv­en Resul­tate der Arbeit der UNO, mit all den Kol­le­gen mit dem Ziel, Hunger in der Welt zu been­den, bestärkt mich immer wieder, warum es sin­nvoll ist, für weniger Hunger auf der Welt einzutreten.

Verzicht­est du für diese Vision auf etwas?

Generell sehe ich eher die pos­i­tiv­en Seit­en – so eben auch bei Din­gen, die oft als Prob­leme oder Verzicht gese­hen wer­den. Ich ver­suche, die Entschei­dun­gen, die ich aktiv tre­f­fen kann, bewusst zu machen.

Hast du auch ein Öko-Laster, auf das du nicht verzicht­en kannst?

Das wären ver­mut­lich Cof­fee to go und Flu­greisen. Ein Kaf­fee mor­gens gehört für mich ein­fach dazu – die Flu­greisen lassen sich berufs­be­d­ingt nicht ver­mei­den, aber zumin­d­est habe ich begonnen, diese zu kom­pen­sieren.

Und zu guter Let­zt: Mit welch­er Errun­gen­schaft kön­nten die Men­schen im Weltall angeben?

Das kommt natür­lich darauf an, welche Errun­gen­schaften es im Weltall gibt! Wahrschein­lich sind es dann eher die Fähigkeit­en kreativ zu sein und sich weit­erzuen­twick­eln, die her­aus­ra­gen. Ich wäre jeden­falls ges­pan­nt, das Pen­dant zu Mozart aus dem Weltall zu hören.

Danke Bern­hard und Sebas­t­ian. Wir wün­schen euch viel Erfolg!

Es gibt ihn wirklich: den Tag der Nähmaschine

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Oft sieht man sie als Deko-Element: Verschnörkelte, fußbetriebene Nähmaschinen. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert, als der Engländer Thomas Saint die erste Nähmaschine entwarf. Ein Konstrukt aus Holz, welches Schuhmachern die Arbeit erleichtern sollte. Heute, über 200 Jahre später, hat diese Erfindung, in abgewandelter Form, immer noch Bestand im Alltag. Und sogar einen eigenen Feiertag: Der 13. Juni ist der offizielle Tag der Nähmaschine. Nicht nur bei Großmüttern, auch bei DIY-Talenten findet man eine Nähmaschine. Denn der Trend ist klar: Back to the roots – einfach mal Sachen selber machen. Marmelade einkochen und Brot backen, Vogelhäuschen bauen und…

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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