Quarkwickel & Co: Welche Hausmittel wirklich helfen

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Wenn es kalt wird, schnieft und hus­tet es auch schnell wieder um uns herum. Vor allem Kinder­nasen laufen jet­zt gerne. Nicht immer muss man zu starken Medika­menten greifen, oft ver­sprechen auch Mit­tel aus der Hausapotheke Lin­derung – etwa Quark­wick­el, Zwiebel­säckchen und Co.

 

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Krank

Hausmittel gegen Erkältung

Quarkwickel

Halss­chmerzen sind ein lei­di­ges The­ma. Hier ver­schafft der gute alte Quark­wick­el oft­mals Lin­derung. Dazu stre­icht man Magerquark auf ein Baum­woll­tuch, schlägt es ein und legt es dem Kind um den Hals. 15 bis 20 Minuten sollte es ein­wirken. Es kühlt nicht nur, son­dern wirkt auch abschwellend. Alter­na­tiv haben auch schon Wick­el aus gekocht­en Kartof­feln oder starkem Laven­de­lauf­guss geholfen. Aber Achtung, den Kartof­fel­stampf nicht zu heiß anwen­den. Vor­sicht zudem bei ätherischen Ölen. Sie soll­ten grund­sät­zlich bei Kindern im Vorschu­lal­ter sehr vor­sichtig angewen­det werden.

Quarkwickel und Holzlöffel

Salbeitee

Das ist typ­isch – Ärzte und Apotheken haben geschlossen, es ist Woch­enende und das Kind bekommt plöt­zlich Halss­chmerzen. In solchen Fällen greife ich gerne zu Sal­bei, der wie Unkraut im Garten wächst und so selb­st im Win­ter frisch ver­füg­bar ist. Wer keinen Garten hat, nimmt ein­fach die getrock­nete Vari­ante. Nicht nur als Tee trinken meine Kinder den Sal­bei, mit einem stärk­eren Auf­guss lasse ich sie dreimal am Tag gurgeln, wenn der Hals so richtig kratzt. Oft war es dann am Mon­tag­mor­gen wieder besser.

Geheimwaffe Zwiebel

Mein Opa pflegte zu sagen: „Wenn die Leute wüssten, wie gesund Zwiebeln sind, kön­nte man sie in der Apotheke kaufen.“ Und er hat Recht. Zwiebeln gehören in jede Küche, vor allem wenn man Kinder hat. Nicht nur zum Aufessen. Sie leis­ten auch als Erste-Hilfe-Mittel wertvolle Dien­ste. Im Som­mer etwa, um Insek­ten­stiche abzuschwellen. Im Win­ter sind sie umso wertvoller, wenn die Kinder plöt­zlich Ohren­schmerzen bekom­men. Schon so manche Mit­telohrentzün­dung kon­nte im Keim erstickt wer­den, wenn man ein Zwiebeltäschchen auf das Ohr packte.

Am besten eine aus­ge­di­ente, dünne Kinder­socke nehmen. Zwiebel zim­mer­warm machen, klein­schnei­den. Die Zwiebel­wür­fel in die Socke steck­en und wie eine Kom­presse für min­destens 20 Minuten auf das schmerzende Ohr leg­en. Die ätherischen Öle wirken antibak­teriell, zudem entste­ht schmer­zlin­dernde Wärme. Bei Erkäl­tun­gen haben sich auch Zwiebel­sock­en bewährt – ein­fach Zwiebeln in ein Säckchen geben und 30 Minuten an den Füßen wirken lassen. Und bei Hus­ten hil­ft, inzwis­chen wohl sog­ar wis­senschaftlich belegt, ein selb­st gemachter Saft aus Zwiebeln und Honig. Der ist genau­so gut wie Hus­ten­saft aus der Apotheke. Dazu kleingeschnit­tene Zwiebeln in Honig oder mit Kan­dis eine Nacht durchziehen lassen, dann mehrmals täglich davon einen Löf­fel ein­nehmen. Schmeckt etwas gewöh­nungs­bedürftig, aber es funktioniert.

Fußbad

Kalte Füße bekom­men? Welche Mut­ter fürchtet da nicht, dass das Kind am näch­sten Tag krank wer­den kön­nte. Hier beugt ein Fußbad vor. Es wärmt kräftig durch. Am besten ansteigend: Das heißt, man begin­nt zunächst mit Wass­er in Kör­pertem­per­atur und gießt in den fol­gen­den 15 Minuten mehr und mehr heißes Wass­er hinzu, bis die Tem­per­atur etwa 42 Grad erre­icht hat. Dann noch etwas ver­weilen und anschließend schön einkuscheln.

Fußbad

Inhalieren – aber wie?

Wer kein Inhala­tion­s­gerät zu Hause hat, für den scheint Inhalieren mit kleinen Kindern nicht mach­bar, oder doch? Es gibt einen sehr kusche­li­gen Trick: Ein­fach eine Höh­le bauen: Einen Tisch aus­suchen und ihn mith­il­fe von Deck­en zur Höh­le umrüsten. Dort kann man mit den Kindern hinein­schlüpfen und die Schüs­sel mit dem dampfend­en Kamillen- oder Sal­beit­ee dampft ganz neben­bei wohltuend vor sich hin.

Pulswickel

Wer ein­mal Fieber hat­te, weiß, wie grausam Waden­wick­el sein kön­nen. Dieser kalte Schmerz an den so empfind­lichen Beinen. Deswe­gen ver­suche ich es gerne erst ein­mal mit Pul­swick­eln. Auch dazu wick­elt man die Unter­arme in einen kühlen, feucht­en Lap­pen, um den ein trock­en­er geschlun­gen wird. Er darf nicht zu kalt sein, vor allem, wenn die Kinder noch klein sind. Ein Unter­schied von etwa drei bis fünf Grad zur Kör­pertem­per­atur wird ger­at­en. Der Wick­el wird abgenom­men und gewech­selt, wenn er sich zu stark erwärmt hat, in der Regel nach zehn bis 20 Minuten.

Frische Luft hilf Wunder

Bei Hus­tenbeschw­er­den nicht an die frische Luft zu gehen, mag zwar bequem sein, aber nicht klug. Denn die Bewe­gung im Freien regt die Zirku­la­tion in Bronchien und Lunge an, das Atmen wird tiefer und freier als in der trock­e­nen Heizungsluft. Die frische Luft tut gut und so manch­er Hus­ten hat sich draußen schon gelöst. Also warm anziehen und ab nach draußen.

Natür­lich sind Haus­mit­tel nur bei leicht­en Beschw­er­den anzuwen­den. Sie kön­nen keinen Arztbe­such erset­zen. Tritt keine Besserung ein oder sind die Beschw­er­den zu schw­er­wiegend, heißt es immer: ab zum Arzt!

Mehr Bewegung – So klappt es mit dem guten Vorsatz

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Wir bewegen uns immer weniger. Der deutsche Durchschnittsmensch kommt nicht mal auf 2.000 Schritte pro Tag. Dabei empfehlen Sportmediziner und die Weltgesundheitsorganisation täglich mindestens 10.000 Schritte. Autos und öffentliche Verkehrsmittel, Computerarbeitsplätze und Fernseher, Rolltreppen und Aufzüge, die Technisierung und Modernisierung haben uns zu Faulpelzen par excellence gemacht. Schon vor 200 Jahren schrieb der Schriftsteller und Weitwanderer Johann Gottfried Seume: „Ich bin der Meinung, dass alles besser gehen würde, wenn man mehr ginge.“ Wie wahr! Körperliche Aktivität ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden sehr wichtig. Bewegungsmangel gilt – noch vor dem Rauchen und der schlechten Ernährung – als die häufigste Ursache für…

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Redaktionsteam Reisefeder unter anderem für Magazine wie Brigitte, Onlineportale wie Spiegel Online oder Reisebücher wie Merian. Anke hat Ökologie und Kommunikation studiert und...

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