Plogging: Joggen und Müll sammeln

| von 

Mit Plog­ging kann jed­er etwas für die Umwelt tun: Ein­fach die näch­ste Jog­gin­grunde mit Müll sam­meln verbinden. 

Flaschen, Tüten, Zigaret­ten­s­tum­mel: Wer viel draußen ist, merkt schnell, wie viel Müll auf unseren Straßen herum­liegen kann. Laut dem Umwelt­bun­de­samt pro­duziert jed­er von uns 450 Kilo Abfall im Jahr, und jede Menge davon lan­det auf den Gehwe­genGrün­flächen und eben auch auf Jog­gingstreck­en. Ein paar schwedis­che Jog­ger began­nen deshalb den Müll während des Laufens aufzusam­meln und ihn später dem Recy­clingkreis­lauf zuzuführenPlog­ging nen­nt sich dieser neue Out­doorsportmit dem wir uns fit hal­ten und gle­ichzeit­ig etwas Gutes tun kön­nen.  

Ange­fan­gen hat der umwelt­fre­undliche Sport­trend mit ein­er Lauf­gruppe rund um den schwedis­chen Umweltak­tivis­ten Erik Ahlström, der als Ini­tia­tor giltGemein­sam hat­te man sich lange über Men­schen beschw­ert, die ihren Müll acht­los liegen lassen – bis ihnen ein­fiel, dass sie selb­st etwas dage­gen unternehmen kön­nen. 2016 ent­stand daraus das neue Workout, das Sport und Umweltschutz verbindet – das Plog­ging.  Der Name ist eine Mis­chung aus den Wörtern Jog­ging und “Ploc­ka upp”, das auf Schwedisch „Aufheben“ bedeutet. Inzwis­chen sind müll­sam­mel­nde Jog­ger in zahlre­ichen Städten aktiv, von New York bis St. Peters­burg. Befeuert wird das Ganze durch Social Media: Indem Jog­ger unter dem Hash­tag #plog­ging Fotos von prall gefüll­ten Müll­beuteln auf Face­book und Insta­gram posten, inspiri­eren sie auch andere mitzu­machen. Auch in Deutsch­land gibt es nun zahlre­iche Grup­pen, zum Beispiel Plog­ging Cologne in Köln, die gle­ich eine inter­ak­tive Plog­ging-Karte entwick­elt haben – auf dieser kön­nen sich deutsch­landweit Plog­ging-Grup­pen ein­tra­gen. Auch gemein­nützige Vere­ine wie Bunter Kreis Rhein­land organ­isieren oft Plog­ging-Run­den, bei denen Unternehmen für jeden Kilo Müll einen bes­timmten Betrag spenden kön­nen. 

Was braucht man zum Ploggen? 

Eigentlich kannst du direkt losle­gen, denn viel braucht es nicht, um ein Plog­ger zu wer­den: lediglich Lauf­schuhe, einen Müll­sack und ide­al­er­weise noch ein paar Hand­schuhe, die vor Schmutz und Ver­let­zun­gen schützenWer keine Lust hat einen Müll­sack durch die Gegend zu schlep­pen, kann alter­na­tiv auch einen alten Ruck­sack bzw. Turn­beu­tel ver­wen­den. So ist der Trans­port etwas angenehmer. Nichts­destotrotz: Beim Laufen Müll aufzusam­meln ist eine sim­ple und doch effek­tive Art, dem Plan­eten etwas Gutes tun. Am Ende der Strecke entsorgt man den Müll auf umwelt­fre­undliche Art (also, ordentlich in die näch­ste Müll­tonne) und kehrt mit einem guten Gewis­sen und ordentlich durchgeschwitzt zurück. 

Vorteile des Ploggings 

Plogging Joggen Muell Sammeln

Die zwei großen Vorteile des Plog­gings sind offen­sichtlich: Erstens man macht Sport und hält sich fit und zweit­ens man leis­tet einen aktiv­en Betrag in Sachen Umweltschutz. Und das ohne großen Aufwand! Doch Plog­ging bringt eine ganze Rei­he von pos­i­tiv­en Neben­ef­fek­ten mit sich. 

  1. Acht­samkeit: Durch das Plog­ging entwick­elst du einen völ­lig neuen Blick auf dich und deine Umwelt. Du gehst aufmerk­samer durch die Gegend und eventuell hin­ter­fragst und verän­der­st du auch dein indi­vidu­elles Ver­hal­ten bzgl. Plastik- oder Mül­lver­mei­dung.  
  1. Aufk­lärungsar­beit: Wer mit einem Müll­sack durch die Gegend ren­nt und Abfall auf­sam­melt, erregt vor allem eins: Aufmerk­samkeit. Indi­rekt kannst du so die Gesellschaft aufk­lären und dazu inspiri­eren mitzu­machen. 
  1. Gemein­schafts­ge­fühl: Gemein­sam macht Plog­ging mehr Spaß als alleine. Du kön­ntest deine Fre­unde fra­gen, ob sie Lust haben, dich zu unter­stützen. So kön­nt ihr euch gegen­seit­ig motivieren – ob auf sportlich­er oder auf Müll-sammelnder Ebene. Vielle­icht lernst du beim Ploggen sog­ar Gle­ich­gesin­nte ken­nen und es entste­ht ein inter­es­san­ter Aus­tausch. 
  1. Gesund­heit: Plog­ging ist ein anstren­gen­der Aus­dauer­sport. Um dieses Workout noch effek­tiv­er zu machen, kannst du das Abfall­sam­meln mit Kraftübun­gen wie Kniebeu­gen ergänzen.  

Plalking als Alternative 

Spazieren Gehen

Aber nicht jed­er ist ein lei­den­schaftlich­er Aus­dauer­sportler und geht regelmäßig joggen. Für diejeni­gen, die es lieber etwas ruhiger ange­hen lassen, kön­nte das Plalk­ing eine gute Alter­na­tive sein. Plalk­ing funk­tion­iert nach einem ähn­lichen Prinzip, der einzige Unter­schied ist allein das Tem­po: Man sam­melt den herum­liegen­den Müll im Spazier­schritt. Macht ja auch Sinn, schließlich set­zt sich Plalk­ing aus den Wörtern ”walk­ing” und ”ploc­ka” zusam­men. Fast jed­er Weg lässt sich so mit einem Mini-Einsatz für die Umwelt verbinden: Ob die Gas­sirunde mit dem Hund, der Gang zum Arzt oder der Weg zur Arbeit – unter­wegs Müll zu sam­meln, ist fast immer möglich.

Fazit

Muell In Muellbeutel Befoerdern

Plog­ging und Plalk­ing sind genial. Es ist nicht nur einfach und für jeden sofort umset­zbarson­dern beansprucht auch nur wenig Zeit, wirkt sich pos­i­tiv auf die Gesund­heit aus, schützt die Umwelt und betreibt darü­ber hin­aus Aufk­lärungsar­beit. Es gibt eigentlich keinen Grund nicht selb­st damit anz­u­fan­gen. Joggen geht man ja sowieso – warum nicht ein­fach mal ein biss­chen Mül­lauf­sam­meln? Außer­dem ist es eine schöne Gele­gen­heit, sich selb­st zu hin­ter­fra­gen. Man kann seinen All­t­ag an vie­len Stellen ganz ein­fach nach­haltiger gestal­ten. Wir soll­ten nicht nur die Natur sauber hal­ten, son­dern vielle­icht auch dafür sor­gen, dass sie erst gar nicht so schmutzig wird. Es hil­ft viel, wenn man im Super­markt zu ein­er Stofftüte statt Plas­tik­tüten greift und, soweit es geht, auf Ver­pack­un­gen aus Plas­tik verzichtet. Wer selb­st aktiv wer­den und noch mehr tun möchte, als nur die Gehwege vom Abfall zu befreien, kann sich an soge­nan­nten Beach CleanUps beteili­gen und auf den Strän­den Müll sam­meln. Vor allem im Früh­ling wer­den viele Strand-Aufräum-Aktionen organ­isiert. Aber es spricht auch nichts gegen das Müll­sam­meln auf eigene Faust: Einen Tag am Strand zu ver­brin­gen kann nicht nur schön, son­dern auch sehr umwelt­fre­undlich sein! 

5 Hobbys, die deine Achtsamkeit trainieren

| von 

„Im neunzehnten Jahrhundert besaß man die Dampfkraft, heute haben wir die Digitaltechnik mit all ihren leeren Versprechungen,“ schreibt Schriftsteller Tom Hodgkinson in seinem Buch „Die Kunst, frei zu sein“. Weiter führt er aus, dass wir in unserer modernen Zeit ständig von Smartphones, PCs und anderen zeitraubenden Maschinen umgeben sind und glauben, dass diese Maschinen unser Leben erleichtern würden.

„Die Digitalisierung hat ohne Zweifel ihren Preis: sie sorgt für eine steigende Anzahl an Depressionen, Burnouts und Angstattacken. ”
Für Hodgkinson ist jenes technische Utopia die größte Enttäuschung der Industrialisierung. Längst sind wir gefangen in einer Maschinerie, die den Menschen…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

Zum Autor