Über den Tellerrand geschaut: Kluge Projekte weltweit

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Meine Fühler sind immer ausgestreckt, wenn es um neue nachhaltige Ideen geht – vor allem bei solchen, die im Alltag mitschwimmen. Wer würde zum Beispiel nicht gern bereits auf dem Weg zur Arbeit seinen ökologischen Fußabdruck an einem Drehkreuz optimieren? Oder ökologisch in den Urlaub fahren?

Der Wohnwagen fürs Fahrrad aus Dänemark

Mit dem Rad in den Urlaub zu fahren ist definitiv umweltfreundlicher, als in ein Flugzeug zu steigen. Wer es dabei auch noch komfortabel haben möchte, für den ist es genau das Richtige, den Wide Path Camper auszuprobieren, der von einem dänischen Unternehmen entwickelt wurde. Mit dem 45 Kilogramm schweren Wohnwagen für den Drahtesel kann man Satteltaschen und Zelt getrost zu Hause lassen – eine Camper-Revolution! Anstatt ans Auto, montiert man den Mini-Anhänger einfach ans Rad und strampelt los.

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© Wide Path Camper

Und sogar die Innenausstattung kann sich sehen lassen. Das Bett im Inneren ist für zwei Personen gedacht und ist ein- und ausklappbar, sodass auch vier Personen an einem Tisch Platz finden können. Der kleine Camper hat es also wortwörtlich in sich: Das kluge Stecksystem ermöglicht, dass sich der Camper für die Fahrt um die Hälfte der Größe reduzieren lässt. Und für den grünen Strom sorgt die kleine Solarzelle auf dem Dach. Auf den Markt kommt der kleine Reisebegleiter allerdings erst im Juli. Und vielleicht lässt sich an der Eingangstür auch ein Drehkreuz installieren, falls die Solaranlage auf dem Dach mal den Geist aufgibt. Ein Drehkreuz? Ja, genau, denn:

Drehkreuze erzeugen Strom in China

Energie ist ein kostbares und leider endliches Gut. Ohne Strom hätten wir morgens keinen heißen Kaffee, keine frischgedruckte Zeitung und kein heißes Wasser, um unter der Dusche erstmal wach zu werden. Wie Energie ressourcenschonend erzeugt werden kann, darüber gibt es viele Theorien. Eines ist klar: eine zentrale und umweltfreundliche Energieerzeugung vor Ort löst viele Probleme. Und warum eigentlich nicht die Energie nutzen, die wir offensichtlich haben?

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© Fotolia – minzpeter

Das dachten sich auch ein paar kreative Köpfe an der chinesischen Guangdong University of Technology. Kurzerhand entwarf das VIVA-Designteam ein Drehkreuz, das beim Durchgehen Strom erzeugt: Green Pass. Tagtäglich gehen viele Millionen Menschen in U- und S-Bahnhöfen, Fußballstadien oder Schwimmbädern durch Drehkreuze hindurch. Bei jedem Dreh wird die erzeugte Energie in Elektrizität umgewandelt und kann diese sogar speichern. Gerade bei Großereignissen, wäre das Green-Pass-Drehkreuz eine ideale Möglichkeit, um den Strom vor Ort zu garantieren – beispielsweise für die Beleuchtung.

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© Green Pass

Kluge App aus Montreal: Clean Ride Mapper

Wenn ihr euren Fahrradwohnwagen mit einem Drehkreuz ausgestattet habt, müsst ihr nur noch die richtige Route finden. Wie wäre es da mit einem „sauberen“ Weg – ohne Abgase und Lärm? Man tut nämlich zwar der Umwelt etwas Gutes, indem man fleißig in die Pedale tritt, aber oft nicht unbedingt sich selbst. Die kanadische Wissenschaftlerin Marianne Hatzapoulou war der gleichen Ansicht und entwickelte an der McGill University in Montreal den Clean Ride Mapper. Eine App, die den Radfahrer auf sauberen Seitenwegen zum Ziel führt.

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© Fotolia – bluraz

Anstatt jeden Morgen den gewohnten Weg zur Arbeit abzustrampeln, zeigt der Clean Ride Mapper den gesündesten Weg für die Lunge an. Das heißt aber auch, bei gleichem Ziel, immer eine andere Route in Kauf zu nehmen – denn Luft ist immer in Bewegung. Je nach Tageszeit, Verkehrsaufkommen und Windrichtung verwehen sich Brennpunkte innerhalb kürzester Zeit. Zu bedienen ist die App recht einfach: Sie lokalisiert den Startpunkt, dann gibt man das Ziel ein, woraufhin der Algorithmus die schnellste, leiseste und sauberste Route berechnet. Leider gibt es die App bisher nur in Montreal. In naher Zukunft wird sich zeigen, ob die fleißigen Radler zukünftig ein halbe Stunde früher aufstehen, um auf ökologischen Pfaden zur Arbeit zu radeln.

Titelbild © Wide Path Camper

Hallöchen, ich bin Christina. Ich wollte schon von klein auf die Welt retten. Und zwar die ganze. Zugegeben, das grenzt an Größenwahnsinn. Als ich älter wurde, beschloss ich, erstmal bei mir anzufangen: bewusst konsumieren, langlebige Produkte kaufen und reparieren statt wegwerfen. Nebenbei offene Ohren und Augen haben für das, was in der Welt so passiert und wo man etwas tun kann, damit es allen etwas besser geht. Um das herauszufinden, war ich viel im Ausland unterwegs, besonders in Afrika und Skandinavien, habe in sozialen und ökologischen Projekten mitgearbeitet und viele interessante Menschen kennengelernt. Wieder zurück in meiner Heimat, halte ich nun für euch von Hamburg aus Augen und Ohren offen und schreibe auf re:BLOG über Tricks und Kniffs, wie ihr euren Alltag mit Spaß und Kreativität nachhaltiger gestalten könnt. Let it re!

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