Nachhaltig fit und gesund – ein Selbstversuch

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Erschöpft liege ich nach der Arbeit auf dem Sofa. Draußen ist es dunkel und reg­ner­isch. Ich kuschle mich in meine Wolldecke und greife zur Schoko­lade. Mein Handy vib­ri­ert, es ist meine Trainer­in: „Ich wollte dich nur kurz an deine Moti­va­tion erin­nern!“. Ver­dammt, da war ja was. Ich werde ja jet­zt fit und gesund – wie bin ich da nur reinger­at­en? Berechtigte Frage: Wie eigentlich? Ganz ein­fach: Nach meinem let­zten Urlaub ging es mir super, ich war unter­wegs sehr aktiv gewe­sen, hat­te gesund und bewusst gegessen und fühlte mich großar­tig. „Das sollte ich mir beibehal­ten“, dachte ich mir. Denn wenn wir ehrlich sind, bin ich für gewöhn­lich doch eher faul. Ziehe ein gutes Restau­rant dem Gym vor, esse gern und manch­mal zu viel. Aber, und jet­zt kommt es, ich habe dabei ein schlecht­es Gewis­sen. Nicht wegen irgendwelch­er Fitness-Trends und Magazin-Schönheiten, son­dern mir selb­st gegenüber.

Traege Und Faul

Ich möchte auch in 20 Jahren noch fit sein, die Welt bereisen kön­nen. Und dafür ist es nun mal wichtig, dass ich auf meinen Kör­p­er acht­gebe. Nicht nur für drei Monate oder ein halbes Jahr, son­dern nach­haltig. „Wir haben nur diesen einen Kör­p­er“ klingt so drama­tisch, aber es stimmt. Und mit meinem Kör­p­er habe ich zukün­ftig noch einiges vor, Zeit also, ein biss­chen bess­er auf ihn aufzu­passen. Aber wie anfan­gen? Ich brauchte Hilfe …

Mit Personal Trainer zu mehr Fitness

Und hier kommt Sven­ja ins Spiel, mit der ich schon zusam­men zur Grund­schule gegan­gen bin. Auf Insta­gram habe ich immer ver­fol­gt, was sie so treibt und sieh an: Gemein­sam mit ihrer Fre­undin Mar­leen hat sie das GREENBODYCAMP gegrün­det. Sie bieten Train­ings, Camps, aber eben auch ganz per­sön­liche Beratung an.

Beson­ders gut gefiel mir das Konzept: Strengthili­ty. Eine Mis­chung aus Strength und Abil­i­ty. Den Mädels geht es darum, Kraft aufzubauen und zwar an seine per­sön­lichen Fähigkeit­en angepasst. Außer­dem möcht­en sie, dass wir diese neue Kraft mit in den All­t­ag nehmen – nicht nur kör­per­lich, son­dern auch in Beziehun­gen, im Beruf und im All­t­ag. Stärke hat näm­lich nicht nur etwas mit Kör­per­lichkeit zu tun, son­dern auch mit dem Geist.

Muskeln Aufbauen

Vielle­icht wird’s ja ganz entspan­nt, dachte ich da noch. Bis mir ein­fiel, dass Sven­ja bei der Bun­deswehr studiert hat­te – würde mich jet­zt doch ein knall­hartes Train­ing erwarten? Ich kann schon mal eins ver­rat­en: Ich war schon lange nicht mehr so aus der Puste. Aber fan­gen wir von vorne an: Sven­ja, meine Per­son­al Trainer­in, kam bei mir zu Hause vor­bei, wir hat­ten uns darauf geeinigt, ein Train­ing zu machen, was ich auch ganz ein­fach im Wohnz­im­mer machen kann. Denn seien wir ehrlich: nach der Arbeit noch ins Fit­nessstu­dio? Das würde vielle­icht ein paar Wochen klap­pen, aber dann nicht mehr. (Erwäh­nte ich, dass ich nicht son­der­lich gerne Sport mache? …) Top motiviert in meinen Sportk­lam­ot­ten öffnete ich Sven­ja die Tür, aber bevor es auf die Mat­te ging, sprachen wir erst­mal über meine Erwartungen.

Was sind deine Ziele?

„Ganz klar: stärk­er wer­den, ich bin ein echter Schwächling. ” 

Ich möchte mich fit und gesund fühlen. Und ja, ein wenig abzunehmen wäre natür­lich auch nicht schlecht. Ich möchte gerne mal Sur­fen aus­pro­bieren, traue es mir aber im Moment nicht zu. Ich möchte auf Reisen vor einem Berg ste­hen und denken „Da laufe ich jet­zt rauf“ anstatt „Das schaff ich nicht“. Ich möchte außer­dem ler­nen, beim Essen bess­er auf meinen Kör­p­er zu hören.

Gesund Essen

Ich habe das Gefühl, dass das ganze The­ma Ernährung so wichtig genom­men wird, dass man gar kein Gespür mehr hat, wonach einem WIRKLICH ist. Super­food hier, Low Carb dort und bloß kein Zuck­er, veg­an, veg­e­tarisch, Paleo … Was gestern noch ange­sagt war, ist mor­gen unge­sund – kein Wun­der, dass so viele Men­schen ein ges­paltenes Ver­hält­nis zum Essen haben. Was Sven­ja mir dazu sagt, bleibt hän­gen: „Wir wollen hier keine Diät machen, das bringt langfristig nichts. Spüre in deinen Kör­p­er rein, was er braucht und über­lege mal, was die Lebens­mit­tel machen. Du brauchst Kohlen­hy­drate, ger­ade wenn du Sport machst. Und wenn dein Kör­p­er nach Schoko­lade ruft, dann gib ihm welche. Es muss ja nicht gle­ich die ganze Tafel sein. Ger­ade bei Süßigkeit­en über­lege mal, woher der Appetit kommt. Vielle­icht, weil du heute noch nichts richtiges gegessen hast? Weil du Stress hast? Und dann denke mal drüber nach, was dir so ein Stück Schoko­lade bringt. Braucht dein Kör­p­er die wirk­lich? Oder ist es rein­er Genuss? Auch dann ist das völ­lig ok. Wir wollen uns nicht ständig Zwän­gen unter­w­er­fen, son­dern genießen und bewusst wahrnehmen. Ohne schlecht­es Gewis­sen auch mal Kekse, Gum­mibären und Pan­cakes schlemmen.“

Pancakes

Ich finde diese Gedanken toll. Kein „Du darf­st dieses nicht, musst aber ganz viel davon essen.“ Es ist doch die Mis­chung von vie­len tollen Lebens­mit­teln, die Spaß am Essen bere­it­et. Und genau diesen will ich auf keinen Fall ver­lieren. Denn bei diesem „Exper­i­ment“ geht es nicht um „etwas durch­hal­ten“ und Verzicht, es geht um einen generellen Lebenswan­del, bei dem es sich irgend­wann ganz natür­lich anfühlt, Sport in den All­t­ag zu inte­gri­eren und gesund zu essen. Aber: Verän­derun­gen kom­men nicht von allein und brauchen ein biss­chen Zeit, um Nor­mal­ität zu wer­den. Darum heißt es jet­zt erst mal Disziplin!

Sport machen

Was soll ich sagen, ich bin ein­fach unsportlich. Noch. Das wird sich hof­fentlich ändern, denn wenn man meinem Muskelkater Glauben schenkt, sind meine Muck­is ORDENTLICH am arbeit­en. Sven­ja zeigte mir rund 12 Übun­gen, die ich in 30-Sekunden-Intervallen durch­führen sollte. Klinkt sehr kurz, fühlt sich aber manch­mal ver­dammt lange an. High Inten­si­ty Inter­val Train­ing nen­nt sich das ganze übri­gens, das den Puls ordentlich in die Höhe treibt und ein echter Fet­tkiller mit schnellem Train­ingsef­fekt ist.

Sport Mit Trainer

Und je mehr Muskeln, desto bess­er läuft schließlich die Fettver­bren­nung. Sven­ja hat bei der Auswahl der Übun­gen einen beson­deren Fokus darauf gelegt, meinen Rumpf zu stärken – der ist näm­lich meine Schwach­stelle. Aber auch Beine, Po und Arme kom­men natür­lich nicht zu kurz. Sven­ja hat mir in meinem Wohnz­im­mer jede Übung genau vorgemacht und ich habe sie abge­filmt – falls ich mal vergesse, wie es genau ging.

Das Pro­gramm habe ich in der ersten Woche drei Mal gemacht. Ich fand beson­ders prak­tisch, dass es recht schnell geht und ich trotz­dem richtig außer Atem komme (kön­nte an den Ham­pelmän­nern liegen, Hüpfen bringt den Puls ganz schön in Schwung). Aber tat­säch­lich, beim drit­ten Mal bere­its bemerk­te ich erste Verbesserun­gen, kon­nte die Plank länger hal­ten, meine Beine zit­terten bei den Squads ein biss­chen weniger und bei den Low Moun­tain Climbern brach ich nicht mehr sofort zusam­men. Neben dem nor­malen Train­ing hat Sven­ja mir außer­dem für jede Woche eine spezielle Auf­gabe gegeben, eine Wochen-Challenge: In der ersten Woche waren das 100 Kniebeu­gen, die ich zwis­chen­durch machen sollte, gefol­gt von 100 Moun­tain Climbern. Mit jed­er Woche wird die Auf­gabe ein biss­chen schwieriger, aber ich ja auch ein biss­chen stärker.

Zusät­zlich zum Sport führe ich jet­zt ein Food-Tagebuch, in dem ich täglich notiere, was ich esse und – ganz wichtig – dazu schreibe, wie ich mich danach gefühlt habe. Es geht dabei nicht um Kon­trolle oder Restrik­tion, son­dern um mehr Bewusst­sein, welche Lebens­mit­tel mir gut tun und welche eben nicht.

Ernaehrungstagebuch

Unser zweites Train­ing fand übri­gens in einem richti­gen Fit­ness­raum statt, sodass wir auch Geräte wie Medi­z­in­ball und Lang­hantel benutzen kon­nten. Mein Güte, was das anstren­gend. Aber Sven­ja hat nicht lock­er gelassen und mich ordentlich gepusht, nicht aufzugeben. „Ich liebe es, wenn Du mich so has­ser­füllt anguckst“, meinte sie nur lachend nach der Train­ing­sein­heit. Und ich muss zugeben – so anstren­gend es war, es hat richtig Spaß gemacht, mal ein biss­chen meine Gren­zen auszutesten. Natür­lich merke ich jet­zt nach den ersten Wochen noch keine gigan­tis­che Verän­derung, aber in den kleinen Din­gen spüre ich , dass sich meine Ein­stel­lung ändert. Vor jed­er Roll­treppe über­lege ich, ob ich nicht bess­er die Trep­pen nehme (und tue das meis­tens auch), ich inte­griere das Sport­pro­gramm ganz bewusst in die Woche und in der let­zten Redak­tion­skon­ferenz habe ich es mir zweimal über­legt, ob ich den Keks essen will, ob mich dieser wirk­lich nach vorne bringt oder noch müder macht. Ich habe verzichtet und stattdessen ein großes Glas Wass­er getrunk­en. Außer­dem ver­suche ich darauf zu acht­en, richtig bewusst zu genießen und mich über die tollen Nahrungsmit­tel, die es so gibt, zu freuen.

Gute Nahrungsmittel

Ich halte dich auf jeden Fall auf dem Laufend­en, wie es mit meinem Fit­nesspro­gramm weit­erge­ht, ob ich durch­halte und es schaffe, meine Gewohn­heit­en zu ändern. Vielle­icht macht mir irgend­wann ja sog­ar Sport Spaß? Man darf ges­pan­nt bleiben … Wenn du noch Tipps für mich hast: immer her damit!

Yoga: Mehr als ein Trend

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Stress bei der Arbeit, am Wochenende vom Brunch-Date zum Geburtstag und dazwischen noch mal schnell für die Woche einkaufen und den Haushalt schmeißen. Wir sind ständig in Action. Ab und zu schaffen wir es vielleicht noch ins Fitness Studio, aber auch dann können wir nur schwer abschalten. Euch kommt das bekannt vor? Dann geht es euch wie vielen anderen Menschen, denen es schwer fällt, zur Ruhe zu kommen und sich ab und zu auf sich selbst zu besinnen. Dabei ist es gerade in unserer schnelllebigen Zeit so wichtig, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, unseren Körper und unseren Geist…

Ich bin Henrietta und ich bin Nachhaltigkeits-Anfängerin. Nicht, dass ich früher Müll in die Natur geschmissen hätte, stundenlang mit dem Auto um den Block gefahren wäre oder kiloweise Billigfleisch gegessen...

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