Müll trennen: 5 Mythen über Hausmüll, Papier-Recycling & Co.

| von 

Kar­tons kom­men in die Papier­tonne, Dosen in den gel­ben Sack und Essen­sreste wer­den im Rest­müll entsorgt. Doch Müll richtig tren­nen, ist nicht immer leicht. Hier kom­men fünf Mythen über Müll­tren­nung. 

Muell fachgerecht entsorgen

Auch, wenn sich viele von uns am Zero-Waste-Lifestyle ver­suchen: Die meis­ten von uns pro­duzieren Woche für Woche immer noch einiges an Müll. Wenn der größte Teil recycelt wer­den kann, kön­nen wir immer­hin jede Menge CO2, aber auch natür­liche Rohstoffe eins­paren. Jede Tonne recyceltes Plas­tik spart eine Tonne CO2 ein ver­glichen mit Plas­tik, das erst aus Erdöl hergestellt wird. Doch nicht jed­er Müll taugt so ein­fach zum Recy­cling. Die wichtig­ste Voraus­set­zung dafür: Das Recy­cling­ma­te­r­i­al muss bei der Müll­tren­nung richtig sortiert wer­den. Und auch unser Haus­müll sollte möglichst so entsorgt wer­den, dass er gut aufgear­beit­et wer­den kann. Doch wo es Regeln gibt, lauern auch Fehler. Oft fehlt uns das Hin­ter­grund­wis­sen über die Möglichkeit­en und Prozesse, deshalb find­est du hier fünf Irrtümer über Müll­tren­nung. Hättest du es gewusst?

Mythos 1: Papier immer schön zu Papier

Papier­müll lässt sich schw­er ver­mei­den und tat­säch­lich gibt es tolle Möglichkeit­en, Papi­er zu recyceln oder zu upcyceln. Trotz­dem ist Papi­er nicht gle­ich Papi­er. Was zum Beispiel auf keinen Fall in den Papier­müll gehört: Kassen­zettel oder Tick­ets. Sie beste­hen näm­lich aus Ther­mopa­pi­er und lassen sich schlecht wieder aufw­erten, sodass sie die gesamte Papier­masse unbrauch­bar machen kön­nen. Ent­ge­gen einiger Stim­men spricht sich das Umweltamt auch in diesem Jahr dafür aus, Ther­mopa­pi­er geson­dert zu entsor­gen. Auch Papi­er, in dem frische Lebens­mit­tel ver­packt wur­den, ver­schmutzt den Papier­müll mit Fett und Essen­sresten. Back­pa­pi­er ist zudem noch mit Teflon beschichtet. Das gilt übri­gens auch für verun­reinigte Taschen- und Kos­metik­tüch­er. Wenn du den Grü­nen Punkt auf Ver­pack­ungskar­tons find­est, kannst du ganz sich­er sein, dass die Pappe für die Papier­tonne geeignet ist. Trotz­dem sind viele Pro­duk­te nicht markiert, die zum Papier­müll gehören. Man muss also genau hinsehen.

Mythos 2: Der kompostierbare Biomüllsack

Muellbeutel aus kompostierbarem Plastik

Vielle­icht stört dich auch der Gedanke, dass man beim Kauf eines Müll­sacks qua­si Abfall pro­duziert, um Müll zu entsor­gen. Bes­timmt hast du dann auch schon mal an die Biobeu­tel gedacht, die aus kom­postier­barem Plas­tik beste­hen. Sie beste­hen aus organ­is­chem Mate­r­i­al und kön­nen daher natür­lich ver­rot­ten. Lei­der allerd­ings nicht schnell genug für die Bio­mül­lan­la­gen. Ide­al­er­weise sollte also Bio­müll sowieso ohne Beu­tel in die Tonne entleert wer­den. Lei­der ist es tat­säch­lich sog­ar so, dass es ökol­o­gisch sin­nvoller ist, einen herkömm­lichen Plas­tik­beu­tel zu ver­wen­den und über die gelbe Tonne zu entsor­gen, als einen Beu­tel aus kom­postier­barem Plas­tik in den Bio­müll zu entsor­gen. Er wird in den Anla­gen als Störstoff aus­sortiert und dann in aller Regel mit­samt dem Inhalt in den Rest­müll entsorgt. So wer­den wertvolle Ressourcen ver­schwen­det. Auch im Gartenkom­post kön­nen die Beu­tel nicht entsorgt wer­den, da sie zum ver­rot­ten höhere Tem­per­a­turen benöti­gen wür­den, als sie dort erre­icht werden.

Mythos 3: Keine Verbundstoffe in den Gelben Sack

Muelltrennung gelbe Tonne

Der gelbe Sack bzw. die gelbe Tonne ist keine Wert­stofftonne. Streng genom­men darf hier nur Leichtver­pack­un­gen, die nicht aus Glas oder Papi­er beste­hen, entsorgt wer­den. Gemeint sind damit also Mate­ri­alien, wie Kun­st­stoff, Met­all oder Ver­bund­stoffe. Darunter fall­en zum Beispiel Kun­st­stoff­bech­er, Plas­tik­tüten und – flaschen oder Gebrauchs­ge­gen­stände aus Plas­tik, wie Schüs­seln und Spielzeug oder Sty­ro­por, Dosen, Alu­folie, Speiseölflaschen, Sham­pooflaschen oder Zah­n­pas­tatuben. Damit die Wert­stoffe aber richtig sortiert wer­den kön­nen, müssen manche Mate­ri­alien schon vorher getren­nt wer­den. Das bedeutet beispiel­sweise, dass der Joghurt­bech­er im Vor­feld schon vom Deck­el getren­nt wer­den soll­ten. Der gelbe Sack erlaubt außer­dem Ver­bund­ma­te­ri­alien wie Getränkekar­tons oder beschichtete Ver­pack­un­gen. Übri­gens: Auch aus­rang­ierte Pfan­nen dür­fen über den gel­ben Sack entsorgt wer­den. Ver­boten und mitunter sog­ar gefährlich ist dage­gen aber die Entsorgung von Elek­trogeräten über den Haushaltsmüll. Aber auch Zahn­bürsten, alte CD’s, Kugelschreiber, Windeln oder Deosprays und Reini­gungsmit­tel haben hier nichts zu suchen. Aus ökol­o­gis­ch­er Sicht kann man diese bürokratis­chen Vorschriften jedoch in Frage stellen, es geht dabei näm­lich nicht rein um die Recyclingfähigkeit.

Mythos 4: Buntes Glas kommt zum braunen Glas

Kaum ein Mate­r­i­al lässt sich so gut recyceln wie Glas: Näm­lich beina­he zu 100 Prozent und das ohne Qual­ität­sein­bußen. Dafür muss die Tren­nung aber beson­ders akribisch durchge­führt wer­den. Viel Recy­cling­po­ten­tial geht ver­loren, weil das Mate­r­i­al nicht in die richti­gen Behäl­ter für Weiß-, Braun- und Grün­glas einge­wor­fen wird. Dass nur weißes Glas zum Weiß­glas gehört, leuchtet ein. Auch wenn es scheint, als wäre das Braun­glas nicht durch die ein oder andere grüne Flasche verun­reinigt, ist es aber bei genau diesen bei­den Glasarten beson­ders wichtig, zu tren­nen. Kommt eine einzige ander­s­far­bige Flasche auf 300 weiße oder braune Flaschen, so ist das Mate­r­i­al bere­its ver­schmutzt. Blaues und gelbes Glas kön­nen dage­gen auch über Grün­glas entsorgt wer­den. Auch andere Gläs­er als Flaschen- und Ein­weg­glas stört den Prozess: Trinkgläs­er oder Fen­ster­glas etwa set­zt sich anders zusam­men und hat einen höheren Schmelzpunkt. Die Anla­gen kön­nen einzelne Deck­el ent­fer­nen, trotz­dem soll­test du sie geson­dert entsor­gen. Das Etikett kann dafür dran bleiben und ein grobes Auswaschen ist ausreichend.

Mythos 5: Gekochtes Essen hat im Biomüll nichts zu suchen

Essen In Den Biomuell

Der Bio­müll wird tat­säch­lich noch lange nicht so genutzt, wie das möglich wäre. Seit 2015 sind näm­lich die Kom­munen verpflichtet, eine Bio­mül­lentsorgung in ein­er eige­nen Tonne zu ermöglichen. Bioab­fall kann zur Kompost-, aber auch zur Bio­gas­gewin­nung genutzt wer­den. Damit kön­nen Rohstoffe einges­part wer­den, die nur zur Energiegewin­nung ange­baut wer­den – wie etwa Mais. In Bio­gasan­la­gen wird dann, mith­il­fe von Mikroor­gan­is­men, Methan aus der Bio­masse gewon­nen. Dabei dür­fen in die Biotonne nicht nur Garten­abfälle und unge­spritzte Obst- und Gemüs­eschalen. Gekochte Essen­sreste soll­ten genau­so hier entsorgt wer­den, wie Kaf­feesatz mit­samt Fil­ter, Brot- und Back­waren, Eier­schalen, Milch­pro­duk­te, Käse mit natür­lich­er Rinde oder Nusss­chalen. Schalen von Obst und Gemüse müssen dafür wed­er Bio noch unge­spritzt sein. Auch ver­dor­bene oder ver­schim­melte Essen­sreste sind okay. Selb­st Fleisch und Fisch darf über den Bio­müll entsorgt wer­den. Bioabfälle, die möglicher­weise Ungeziefer anziehen, kann man auch ganz ein­fach in Zeitungspa­pi­er wick­eln. Ganz im Gegen­teil zu dieser häu­fi­gen Annahme SOLLTEN all diese Dinge also auch über den Bio­müll entsorgt wer­den, wenn sie denn wirk­lich nicht ver­mieden wer­den kon­nten. Essen­sreste sind sog­ar wegen des hohen Nährstof­fge­halts noch ökol­o­gisch ergiebiger als Obstschalen.

Fazit zu den Müllmythen

Muelltrennung

Tat­säch­lich kann man also durch richtige Müll­tren­nung einen großen Beitrag in Sachen Umweltschutz leis­ten. Weil aber lei­der auch die beste Inten­tion neg­a­tive Auswirkun­gen auf den Recy­cling­prozess haben kann, lohnt es sich, sich ein­mal genauer mit den Ton­nen hinter’m Haus zu beschäfti­gen. Denn die richtige Müll­tren­nung ist nicht nur umwelt­fre­undlich und ressourcens­parend, son­dern auch drin­gend notwendig, um hochw­er­tiges Recy­cling zu ermöglichen. Und die nach­haltig­ste Vari­ante wäre natür­lich: Abfall ein­fach zu ver­mei­den. Ver­suche also beim Einkaufen so gut es geht auf Ver­pack­un­gen zu verzicht­en.

Palmöl: So kannst du es konsumieren, ohne dem Regenwald zu schaden

| von 

Ob Schokolade, Kosmetik oder Brotaufstriche – Produkte mit Palmöl gibt es zu Hauf in jedem Supermarkt. Was das für den Regenwald bedeutet und welche nachhaltigen Alternativen es gibt, erfährst du hier.

Supermarktregal, Regal im Supermarkt
Warum ist Palmöl schlecht? Antwort darauf gibt der wohl berühmteste Anti-Palmöl-Spot, der erst kürzlich 10-jährigen Geburtstag feierte. Zu sehen ist ein Büromensch, der zur Pause einen Riegel aufbricht. Statt in Schokolade beißt er jedoch in einen Orang-Utan-Finger. Greenpeace griff Nestlé 2010 mit diesem Spot an, weil der Ernährungskonzern seinen Riegel Kitkat mit Palmöl produzierte, gewonnen von indonesischen Plantagen, für die die letzten Regenwälder des Landes abgeholzt wurden. Der Urwald, Lebensraum der stark bedrohten Orang-Utans, geht damit für immer flöten. Niemand möchte dazu…

Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen. Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf...

Zum Autor