Ist Kinderkriegen nachhaltig?

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Weil sie sich wegen des Kli­mawan­dels sor­gen, entschei­den sich manche Frauen dazu, keine Kinder zu bekom­men. Doch ist ein Gebärstreik wirk­lich die Lösung? 

Schwangerschaftsbauch

Als Mut­ter beschäftigt mich eine Frage ganz beson­ders: Was für eine Welt möchte ich meinem Kind hin­ter­lassen? In Anbe­tra­cht des Kli­mawan­dels deutet bere­its vieles darauf hin, dass in eini­gen Jahren bere­its heftige Wet­terex­treme zum All­t­ag gehören, Win­ter ganz ohne Schnee auskom­men und viele Tier- und Pflanzenarten vom Plan­eten ver­schwun­den sein wer­den. Mehr Plas­tik im Meer als Fis­che? Eine gruselige, aber keine abwegige Vorstel­lung. Ist es in Anbe­tra­cht dieser Zukunfts-Szenarien über­haupt noch vertret­bar, Kinder zu bekom­men? 

Die Gebärstreik-Bewegung

Bewegung Der Frauen

Miley Cyrus verkün­dete vor Kurzem in einem Inter­view, dass sie aus genau diesem Grund keine Kinder kriegen wolle. Sie wolle sich nicht ver­mehren, solange sie wisse, dass unsere Welt damit nicht umge­hen kann. “Wir erben einen Scheiß­plan­eten und ich weigere mich, ihn an mein Kind weit­erzugeben”. Mit dieser Mei­n­ung ist sie nicht alleine. Laut ein­er Umfrage der New York Times geben 11% der befragten Per­so­n­en an, auf­grund des Kli­mawan­dels möglicher­weise keine Kinder bekom­men zu wollen, 33% geben sog­ar an, sie hät­ten weniger Kinder als sie sich wün­schen wür­den, um nicht noch mehr zum Kli­mawan­del beizu­tra­gen. In Eng­land wächst aktuell die “Birth­strike-Bewe­gung”, also eine Bewe­gung, welche einen Gebärstreik proklamiert. 

Ver­e­na Brun­schweiger hat sich mit ihrem Buch “Kinder­frei statt kinder­los – ein Man­i­fest” als eine Art Anführerin dieser Bewe­gung in Deutsch­land einen Platz geschaf­fen. Sie berech­net den ökol­o­gis­chen Fußab­druck eines Kindes mit 50 Ton­nen CO2 pro Jahr und beze­ich­net die Tat­sache als “das Schlimm­ste, was man der Umwelt antun kann“. Sie geht sog­ar noch einen Schritt weit­er und fordert, dass jede Frau, die der Umwelt zuliebe kein Kind bekommt, mit 50 Jahren 50.000 Euro bekommt.  Die haupt­beru­fliche Lehrerin führt allerd­ings auch andere Gründe gegen Nach­wuchs auf: So ist die Entschei­dung gegen Kinder für sie ein Aus­druck von Selb­st­bes­tim­mung. Sie beze­ich­net den Kinder­wun­sch von Frauen sog­ar als Gehirn­wäsche und als manip­ulierte Unterord­nung in ihre patri­ar­chal bes­timmte Rolle. 

Wie nachhaltig ist es überhaupt Kinder zu bekommen?

Schwangerschaftsbauch

Es geht also auch darum, dass es per se nicht nach­haltig ist, noch mehr Men­schen in eine über­bevölk­erte Welt zu set­zen. Denn jed­er weit­ere Men­sch verur­sacht CO2 und treibt somit den Kli­mawan­del weit­er voran. Diesen Argu­menten kann man allerd­ings ent­ge­genset­zen, dass wenn nur umwelt­be­wusste Men­schen auf das Kinderkriegen verzicht­en, dann leben bald auf dem Plan­eten nur noch Men­schen, denen die Umwelt egal ist.  

Avocado Baby

So sagt beispiel­sweise Mile­na Skaya, Grün­derin des Original-Unverpackt-Ladens in Berlin, Autorin gle­ich mehrerer Zero-Waste-Büch­er und damit Ikone der Nach­haltigkeitsszene: “Ich gebe meinem Sohn meine Werte weit­er und hoffe, dass er ein reflek­tiert­er klein­er Men­sch wird.” Bezüglich des CO2-Abdrucks argu­men­tiert sie: “Jed­er ist für seinen eige­nen ver­ant­wortlich. Die Frage ist eher, was für eine Welt ich ihm hin­ter­lasse…”. Sie führt damit nicht nur das Gege­nar­gu­ment ins Feld, dass man als Eltern nicht nur die näch­ste Gen­er­a­tion prägt, son­dern auch die Eigen­ver­ant­wor­tung eines jeden. 

Die Rolle der Frau

Die Rolle Der Frau

Eng an dieses The­ma geknüpftist auch die Diskus­sion darum, wie unsere Gesellschaft generell mit Frauen umge­ht, die sich gegen Kinder entschei­den. Viele kinder­lose Frauen bekom­men oft zu hören, irgend­wie “anders” zu sein und fühlen sich oft gezwun­gen, sich zu erk­lären. stellt nun die Kli­makrise eine legit­ime Erk­lärung für die Entschei­dung dar, kinder­los glück­lich zu sein. Es ist eine Recht­fer­ti­gung, die heutzu­tage eigentlich längst kein Lebens­mod­ell mehr nötig haben sollte. Dabei ist es doch vol­lkom­men in Ord­nung, auch ohne Erk­lärung, kinder­los glück­lich zu sein. Nie­mand sollte sich für diese Entschei­dung und seine indi­vidu­elle Leben­s­pla­nung recht­fer­ti­gen müssen.  

Fazit

Wie Nachhaltig Sind Kinder

Wohl kaum ein The­ma ist so indi­vidu­ell und gle­ichzeit­ig so emo­tion­al behaftet wie das “Fam­i­lie grün­den”. Ich per­sön­lich sehe eine schöne Auf­gabe darin, Werte weit­erzugeben und nach bestem Willen Vor­bild zu sein – ger­ade in Nach­haltigkeits­fra­gen. Mir ist aber auch bewusst, dass ich aus der Posi­tion ein­er Frau argu­men­tiere, die sich immer Kinder gewün­scht hat. Die Tat­sache bee­in­flusst meine Mei­n­ung ganz bes­timmt und so denke ich, dass am Ende jed­er seine eigene Entschei­dung tre­f­fen sollte, ob er denn Kinder möchte oder nicht. Ich habe eine Tochter, weil ich mir ein Kind gewün­scht habe. Dieser Wun­sch war bei mir, genau wie bei vie­len anderen Frauen, so tief, dass ein Verzicht für unser Kli­ma für mich sehr tragisch gewe­sen wäre. Mein­er Mei­n­ung nach geht es deshalb nicht nur darum, ob wir Kinder in die Welt set­zen, son­dern vor allem auch um das WIE. Und das möchte ich ungern alleine den Men­schen über­lassen, die sich über den Kli­mawan­del keine Gedanken machen. Genau das allerd­ings würde passieren, wür­den alle umwelt­be­wussten Men­schen nun auf Nach­wuchs verzichten.

Kind Spielt Draussen

Die Sache ist: Noch kön­nen wir Ein­fluss nehmen, wir müssen nur genau jet­zt und heute damit anfan­gen! Mit oder ohne unsere Kinder, mit oder ohne Part­ner, mit oder ohne Trauschein, mit kon­ven­tionellem, alter­na­tivem Familien- oder Part­ner­schaftsmod­ell oder im Allein­gang – all dies sind indi­vidu­elle und per­sön­liche Entschei­dun­gen. Für unser Kli­ma zählt dage­gen Gemein­schaft und die abso­lut überzeu­gende Mehrheit!

Modulhäuser: Das flexible und mobile Eigenheim

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Mittlerweile sind die mobilen, aus Holz gebauten, Tiny Houses in aller Munde. Aus den USA ist diese „Kleiner-Wohnen-Welle“ immer mehr zu uns herüber geschwappt und hat viele Anhänger gefunden. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Wohnraum immer knapper wird und die Mieten immer weiter steigen. Doch das Wohnen auf wenigen Quadratmetern ist nicht jedermanns Sache. Für diejenigen, die sich zwar verkleinern möchten, aber trotzdem nicht in ein Tiny House ziehen wollen, könnten flexible und mobile Modulhäuser die Lösung sein.

Flexible Moderne Haeuser
© Wikkelhouse / Yvonne Witte
Wir haben nämlich auch festgestellt: Ein Tiny House ist dann doch etwas zu "tiny". Mit einem Modulhaus kämen…

Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen. Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf...

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