Nature Cleaning: Ein guter Vorsatz für die Umwelt

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Es ist fünf Uhr morgens im Norden Kenias, als mein Wecker mich aus dem Tiefschlaf reißt. Ich öffne meine Augen nur widerwillig. Erst drei Stunden zuvor bin ich ins Bett gegangen. Die kleine Strandparty mit Lagerfeuer, Pizza und Bier auf der Nachbarinsel Manda war einfach zu gut. Doch versprochen ist versprochen. Ich rapple mich auf. Meine Mission: Müllsammeln am Shela Beach. 

Lagerfeuer Am Strand

Beach Cleanup am Shela Beach

Eine halbe Stunde später treffe ich Angelika. Seit über zwanzig Jahren lebt die Deutsche schon in Kenia. Inzwischen verwaltet sie mehrere Ferienhäuser, empfängt Touristen und organisiert alles, was für einen schönen Urlaub benötigt wird. Seit beinahe zwei Jahrzehnten spaziert sie jeden Morgen, noch vor Sonnenaufgang, über den Strand. Immer dabei sind ihr Hund und ein kleines rotes Netz für den Müll, den sie unterwegs findet. Denn Angelika hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Shela Beach durch Müllsammeln von der Verschmutzung zu befreien. „Anfangs wurde ich noch ungläubig von den Einheimischen beäugt. Inzwischen schließen sich immer mehr Menschen meinen Strandspaziergängen an“, erklärt Angelika. Wir laufen barfuß eine kleine Gasse hinunter und erreichen den Shela Beach. Das Wasser hat gerade damit begonnen, zurückzugehen.

Umweltverschmutzung Strand

„Mal sehen, wie viel die Flut angespült hat“, sage ich, als wäre es besonders toll, viel Müll zu finden. Wir sammeln während unseres Spaziergangs ein paar Plastiktüten und Flaschen, einen Flip-Flop, Schnüre und hunderte kleine Plastikteilchen, die oftmals nur wenige Millimeter groß sind.

Das Müllproblem im Meer

Diese kleinen Partikel – Mikroplastik – sind das größte Problem. Plastik zersetzt sich innerhalb von 350 bis 400 Jahren. In dieser Zeit zerfällt der Kunststoff in immer kleinere Partikel und wird von Meereslebewesen sämtlicher Größen gefressen. Von der Meeresschildkröte, die einen Plastiktütenfetzen für eine Qualle hält, bis hin zum Fisch, der vermeintlichen Plankton frisst.

Unter Wasser
„Sogar in Muscheln konnte man schon kleine Plastikteilchen nachweisen. An manchen Stellen befindet sich heute sechsmal mehr Plastik als Plankton im Meereswasser und auch das Plankton selbst reichert feinste Plastikteilchen in sich an.”
Stephan Lutter, WWF-Experte für Meeresschutz

Müllsammeln im Alltag

Je mehr ich über die fiesen Aspekte des Plastiks lese, desto motivierter bin ich. Jedes kleine Müllteilchen will ich auflesen. Vielleicht rettet ja das heutige Beach Cleanup einer Strandkrabbe das Leben? Lohnen würde es sich allemal. An diesem Morgen finden wir schätzungsweise drei Kilogramm Müll und säubern dann noch eine Stelle, an der Müll vergraben war.

Beach Cleanup

Ich bewundere Angelika für ihren langjährigen Einsatz. Wie viel sie wohl in den letzten Jahren gesammelt hat? 3 kg jeden Tag seit 20 Jahren? Beeindruckend.

Müllsammeln auf Reisen

Müll habe ich schon bei Wanderungen im Zillertal, bei der Vorbereitung zum Mammutmarsch in Brandenburg, bei einer Kanutour im Dschungel Costa Ricas und auf vielen anderen Reisen gesammelt. Aber zukünftig will ich einfach noch mehr darauf achten und noch mehr Wert darauf legen, die Natur vom menschlichen Müll zu befreien.

Muell Sammeln Im Alltag

So geht Nature Cleaning

  1. Durchstöbere dein Zuhause und suche dir einen großen Jutebeutel. Falls du keinen Jutebeutel hast oder gerne auch beim Schnorcheln und Tauchen Müll sammeln möchtest, kauf dir ein „Sammelnetz für Taucher“. Für etwa 15 Euro gibt es große Netze, die wenig Platz wegnehmen, leicht sind und auch unter Wasser benutzt werden können.
  2. Den Jutebeutel oder das Netz packst du dann in deinen Tages- bzw. Wanderrucksack. So ist es immer dabei, wenn du in der Natur unterwegs bist.
  3. Und wenn du unterwegs Müll findest, wirst du automatisch an dein Sammelnetz im Rucksack denken und den Müll mitnehmen.

Na, ist das nicht der einfachste gute Vorsatz, den man für das neue Jahr nur haben kann? Er startet damit, dass du jetzt einen Sammelbeutel in deinen Rucksack steckst.

8 Tipps, um Kleidung länger haltbar zu machen

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Wir kaufen mehr Kleidung als je zuvor! 80 Prozent davon werden in unserem Kleiderschrank total vergessen und kommen kaum zum Einsatz. Außerdem wandern circa eine Million Tonnen Textilmüll jedes Jahr in Deutschland in den Abfall! Unter anderem auch aufgrund dieser großen Umweltbelastung, die Fast Fashion mit sich zieht, sind Fair Fashion und Second Hand sehr leidenschaftliche Themen für mich. Deshalb schreibe ich auf meinem Blog viel darüber, wie man Sachen bewusst und sehr ausgesucht kauft und welche nachhaltigen Mode-Labels ich gerne unterstütze. Aber das Thema Textilpflege, also was nach dem Kauf mit der Kleidung passiert und wie diese länger hält…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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