Pioniere der Nachhaltigkeit: Domäne Fredeburg

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Uuund wir feiern immer noch re:BLOGs ersten Geburtstag mit unserer Aktion Pioniere der Nachhaltigkeit und biegen langsam aber sicher auf der Zielgerade unserer zehn Porträts nachhaltiger Pioniere ein. Nadine und Jörg von eat this! haben ihre Nachhaltigkeits-Pioniere Linda und Paul McCartney nicht nur porträtiert, sondern ein nachgestelltes Plattencover abgelichtet. Ihr veganer Shepherd’s Pie, dessen Rezept sie uns außerdem verraten haben, dürfte auch Bloggerin Franzi von Gemüseregal schmecken. Auf ihrem liebevoll gestalteten Blog findet man vegane und vegetarische Rezepte, von einem Trunk namens „Hot Toddy“ bis hin zum Maronen-Marzipan-Kuchen. Nicht nur in ihrem Gemüseregal geht es nachhaltig zu – auch sonst begeistert sich Franzi für einen grünen Lebensstil. Beim Einkaufen ist sie zumeist bei der Domäne Fredeburg anzutreffen und schnell wird klar: Ihr Nachhaltigkeits-Pionier kommt nicht aus der Promiwelt, sondern ist quasi der Nachbar von nebenan. Bahn frei für Franzi!


Inspirierend ökologisch

Es gibt Menschen in meinem Leben, die inspirieren mich bei jedem Gespräch, zeigen mir Ideen und Gedanken über das Sichtbare hinaus und sind aus meinem Leben – nicht nur deswegen – nicht mehr wegzudenken. Mein lieber Freund Alfons Wiesler-Trapp gehört zu diesen Menschen.

Alfons und seine wundervolle Frau Susanne gründeten vor etwas mehr als 20 Jahren, gemeinsam mit sechs weiteren Pionieren des ökologischen Lebens und der Nachhaltigkeit, die Domäne Fredeburg. Eine Gemeinschaft, die daran glaubt, dass der respektvolle Umgang mit unserer Umwelt als grundlegende Basis des biologischen und dynamischen Landbaus nicht nur eine Option, sondern eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Alfons wurde am Rande eines kleines Städtchens im Schwarzwald geboren und lebte dort auf einem kleinen Bauernhof, mit seiner Familie, Tür an Tür mit Tieren. Seine Familie versorgte sich, mit der Landwirtschaft und Tierhaltung, zu einem sehr großen Teil selbst. Dieses Leben funktionierte aufgrund von alten Strategien und dem, was wir heute als „biologische Landwirtschaft“ bezeichnen. In dieser kleinen Welt war es noch normal, dass im Einklang mit der Natur gewirtschaftet wurde. Etwas, was, meiner Meinung nach, der konventionellen Industrie heute leider fast völlig verloren gegangen ist.

„Bauer, ich will Bauer werden.“

An einem kalten und schneereichen Wintertag fuhr Alfons im Pferdegespann (damals gerade sechs Jahre alt) mit seinem Vater und den Nachbarn zum Holz holen in den Wald. Nach getaner Arbeit kehrten sie in einer kleinen Wirtschaft im Ort ein und nach einem wärmenden Essen fragte ihn der Wirt: „Alfons, was willst du denn mal werden?“ Er überlegte gar nicht lange und aus ihm schoss heraus: „Bauer, ich will Bauer werden.“ Bauer wollte er werden, weil es für ihn der Inbegriff einer vielseitigen und runden Aufgabe war, die voller Kraft daherkam.

Diese Aufgabe verlor er nie aus den Augen und wirtschaftete fleißig auf dem väterlichen Land. Und bekam auch mit, was eine Fehlentscheidung in der Landwirtschaft für fatale Auswirkungen haben kann. Als der Vater eines Tages doch auf eine modernisierte Landwirtschaft umstieg und die Äcker aufgrund neuer und schwerer Traktoren zu tief pflügte, kam es zu einem wirklichen Unglück. Kurz nach dem Pflügen kam ein starker Regen und mit diesem Regen wurde ein großer Teil des Bodens einfach weggeschwemmt. Das Land war vorerst nicht mehr zu bewirtschaften und in Alfons wuchs immer stärker die Erkenntnis, dass man mit den Böden, die man bewirtschaftet, sehr sorgsam umgehe müsse und die Interaktion zwischen Pflanzen, Böden, Tieren und dem Mensch einfach enorm wichtig ist, um nachhaltig und umweltbewusst zu wirtschaften.

Sorgsam mit der Umwelt umgehen

Und genau dies tut Alfons. Er geht sorgsam mit seiner Umwelt, den Böden, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen um. Seine Prinzipien der nachhaltigen und ökologischen Wirtschaft, die lässt er nicht aus den Augen und wirkt dabei so zufrieden und trotzdem offen für alles, was um ihn herum passiert. Seinen Geschichten und Erlebnissen zu lauschen, ist wahrlich eine Schmaus für die Seele und durch ihn komme ich dem echten nachhaltigen Leben, der Partnerschaft zwischen Mensch und Natur, immer wieder ein Stückchen näher.

Ich schätze an ihm so sehr, dass er mich immer wieder, durch seine Erlebnisse und Erfahrungen, dazu animiert, auf mich selbst zu schauen und mich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Dinge auch einmal in einer gewissen Demut und Bescheidenheit der Natur gegenüber hinzunehmen und zu sehen, dass das Miteinander zwischen Mensch und Natur etwas so Wichtiges ist. Etwas Wichtiges, was es zu schützen gilt.

Von jedem von uns, denn jeder von uns kann ein neuer Pionier der Nachhaltigkeit sein und damit auch eine Stütze für die Menschen, die sich schon seit Langem mit der Nachhaltigkeit beschäftigen und uns diesen Weg geebnet haben!


Das war der vorvorletzte Beitrag unserer re:BLOG-Geburtstagsaktion. Das vorletzte Nachhaltigkeits-Pionier-Porträt wird morgen vom Gartenfräulein Silvia beigesteuert, in dem ein euch wahrscheinlich wohlbekanntes Gesicht aus der aktuellen Koch-Szene präsentiert wird.

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Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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