Frühling auf der Zunge: Pesto aus Wald und Wiese

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Endlich Früh­ling! Endlich wieder raus ans Licht, raus in die Natur, die sich über­all in frisches Grün und bunte Blüten wirft. Was gibt es Schöneres, als das Neuerwachen des Lebens mit allen Sin­nen zu feiern… also auch auf dem Teller. Denn jet­zt wach­sen im Wald wieder ganze Bär­lauch­felder, zeigt sich der erste junge Löwen­zahn auf der Wiese. Und das frische Grün der jun­gen Möhren vom Markt ist auch viel zu schmack­haft, um es auf den Kom­post zu wer­fen. Hier kom­men drei Basis­rezepte für leckere, frische Pestos mit Zutat­en aus der Natur – mit unzäh­li­gen Vari­a­tion­s­möglichkeit­en. Etwas gerieben Zitro­nen­schale dazu, frische Kräuter und Gewürze… seid kreativ, pro­biert eigene Ideen ein­fach aus!

Ein Hin­weis zum Öl: Gebt immer nur so viel dazu, dass das Pesto eine geschmei­di­ge Kon­sis­tenz bekommt, aber nicht zu fet­tig wird. Das kann von Ölsorte zu Ölsorte vari­ieren. Ein paar Ess­löf­fel Wass­er sind auch erlaubt, um das Pesto geschmei­di­ger zu machen. Und da ja bekan­ntlich das Auge mit isst: Eine hüb­sche Deko für die Frühlings-Pestos sind ess­bare Blüten wie Gänse­blüm­chen oder Kapuzin­erkresse. Oder frische Sprossen.

Pesto-Rezepte

Pesto aus Möhrengrün

  • 100 g Möhren­grün (Bio-Möhren, damit keine Gift­stoffe im Grün sind)
  • 1 Bund glat­te Petersilie
  • 1-2 Knoblauchze­hen, am besten ganz junge
  • 75 g geröstete Sonnenblumenkerne
  • 75-100 ml Öl (z.B. Sonnen-, Raps-, Kürbis- oder Olivenöl, ganz nach Geschmack)
  • 50 g geriebe­nen Hartkäse (oder Cashews oder Pinienkerne für eine veg­ane Variante)
  • Salz, Pfef­fer

Das frische Möhren­grün und die Peter­silie gut waschen und trock­en schüt­teln. Die Son­nen­blu­menkerne in der Pfanne vor­sichtig hell­braun rösten. Den Käse fein reiben (es geht eigentlich jede Sorte Hartkäse, ich nehme immer den kräfti­gen vom Bauern­markt, der dem Bergkäse ähnelt). Dann das Grünzeug zusam­men mit dem Knoblauch, den Son­nen­blu­menker­nen und dem Öl fein zerklein­ern (zum Beispiel im Stand­mix­er oder mit dem Püri­er­stab). Nach Geschmack mit Salz und Pfef­fer würzen. Abge­füllt in ein ster­iles Glas und mit ein wenig Öl bedeckt hält sich das Pesto eine Woche im Kühlschrank. Es passt super ganz klas­sisch zu Pas­ta, aber auch mit Frischkäse aufs Brot oder als Dip zu jun­gen Kartoffeln.

Bärlauch-Pesto

  • Zwei Hand­voll Bär­lauch (ca. 100 g)
  • 50 g geröstete Sonnenblumen- oder Kürbiskerne
  • 50 g gerieben­er Hartkäse (alter­na­tiv 100 g Schaf­skäse oder Cashews oder Pinienkerne für eine veg­ane Variante)
  • 100 ml Öl
  • Salz, Pfef­fer

Zuerst ab in den Wald und Bär­lauch sam­meln, denn er sollte ganz frisch sein. Die Nase weist den Weg… dann die Bär­lauch­blät­ter vor­sichtig waschen (und dabei nicht drück­en). Sonnenblumen- oder Kür­biskerne (die schmeck­en sehr gut zu Bär­lauch und inten­sivieren die grüne Farbe des Pestos) vor­sichtig anrösten und abkühlen lassen. Anschließend alles zusam­men mit dem geriebe­nen Käse und dem Öl püri­eren, mit Salz und wer mag auch mit Pfef­fer abschmeck­en. Wenn ihr Schaf­skäse nehmt, etwas weniger Öl ver­wen­den, denn der enthält mehr Flüs­sigkeit als Hartkäse. Gle­ich aufessen oder im sauberen Glas gut ver­schlossen im Kühlschrank auf­be­wahren. Übri­gens: Dass man Bär­lauch nach der Blüte nicht mehr ver­wen­den kann, stimmt nicht. Er schmeckt dann aber nicht mehr so frisch und inten­siv – also lieber jet­zt den ganz jun­gen sammeln.

Pesto mit jungem Löwenzahn

  • Eine Hand­voll Löwen­zahn (ca. 50 g)
  • Eine Hand­voll jun­gen Ruco­la (ca. 50 g)
  • 100 g Sonnenblumenkerne
  • 50 g geriebe­nen Hartkäse  (oder Cashews oder Pinienkerne für eine veg­ane Variante)
  • Knoblauch oder Früh­lingszwiebeln nach Geschmack
  • Thymi­an nach Geschmack
  • 100-150 ml Öl
  • Salz

Wer Bit­ter Lemon und Aper­ol Sprizz mag, find­et bes­timmt auch Löwenzahn-Pesto leck­er. Denn das ist durch die Bit­ter­stoffe in den Blät­tern etwas herb und deswe­gen auch sehr gesund: Löwen­zahn regt die Funk­tion von Leber und Nieren an. Die jun­gen Löwen­zahn­blät­ter und den Ruco­la gut waschen. Wer Knoblauch oder Früh­lingszwiebeln mag, gibt ein bis zwei Zehen oder ein paar Ringe dazu. Mit den anderen Zutat­en püri­eren und salzen. Man kann den Ruco­la auch weglassen und nur Löwen­zahn ver­wen­den. Noch würziger wird das Pesto, wenn man nach dem Püri­eren ein wenig kleinge­hack­ten Thymi­an unter­rührt. Auch dieses Pesto hält sich, sauber abge­füllt und mit Öl bedeckt, etwa eine Woche im Kühlschrank.

Gereon Klug: Liebe Frau Albers, essen Sie eigentlich noch Tofu?

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bevor ich Ihnen ein paar köstliche Tofurezepte empfehlen werde (ja, ich esse noch den Sojabraten), muss ich auf Ihren letzten Brief eingehen: Ich glaub ja kein Wort! Sie und kein Palmöl? Da kann ich nur aus voller Raucherlunge lachen. An Ihrem Weihnachtsbaum stecken dann handgezogene Bienenwachskerzen – für 1,20 Euro das Stück? Und Sie duschen nur mit selbstgemachter Seife oder wie? Im Leben nicht! Da reden Sie sich ihr Leben grün. Gerade neulich lief über die Weltrettungsplattform change.org ein Aufruf und dort stand, sprachlich etwas ungalant, aber egal: „...Eben dieses Palmöl befindet sich in einem Großteil aller Kosmetik-Produkte, das muss…

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Redaktionsteam Reisefeder unter anderem für Magazine wie Brigitte, Onlineportale wie Spiegel Online oder Reisebücher wie Merian. Anke hat Ökologie und Kommunikation studiert und...

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