Plastikmüll: So wird ein Schuh draus

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Eigentlich immer, wenn es besonders stressig wird, träumen wir uns ans Meer: Weißer Sand und blaues Wasser: Wer die Augen schließt, kann die Meeresluft riechen und die Brandung der Wellen hören. Schöne Bilder, die nicht nur in unserem Kopf oder auf Fotografien verewigt sein sollen, sondern auch für kommende Generation noch wünschenswert sind. Schließlich sind die Ozeane auch mit das wichtigste Ökosystem unserer Erde.

Eines der größten Probleme ist, dass immer mehr Plastik ins Meer gelangt – sei es auf direktem oder indirektem Weg. Laut einer britischen Studie, die Anfang dieses Jahres erschien, wird bereits im Jahr 2050 mehr Plastik als Meeresgetier in den Ozeanen schwimmen. Parley for the Oceans hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Meer eine Stimme zu geben. Mitbegründer dieser Organisation ist Sporthersteller adidas und unterstützt die Organisation somit von Anfang an bei Aufklärungs- und Kommunikationsarbeit. Ein Hauptprojekt dabei ist das „Ocean Plastic Programm“ mit der Intention, die Verschmutzung der Meere durch Plastik zu beenden.

Frau Strand

Das steckt dahinter: Der adidas x Parley Schuh aus Meeresmüll

Klingt alles schön und gut, aber ändern wird sich erst etwas, wenn erst gar nicht mehr so viel Plastik produziert wird. Das haben sich wohl auch adidas und Parley for the Oceans gedacht und stellten vor ziemlich genau einem Jahr den Prototyp eines innovativen Sneakers vor: Das Obermaterial besteht aus verarbeiteten Plastikabfällen aus dem Meer und die Zwischensohle wurde im 3-D-Drucker erstellt, ebenfalls aus Plastikmüll aus dem Meer, sowie aus illegalen Hochsee-Netzen, die vor der Küste Afrikas eingesammelt wurden.

Und das Ergebnis kann sich nicht nur sehen lassen, sondern könnte auch in der Herstellung zukunftsweisend sein. Bisher ist diese Idee zwar lediglich als Konzeptschuh zu bestaunen und noch nicht im Handel erhältlich, aber sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie Design und Nachhaltigkeit weiter gedacht werden könnten. Und wir können es kaum erwarten, diesen Schuh aus Meeresmüll in den Händen zu halten bzw. an den Füßen zu tragen. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Teile aus recyceltem Meeresabfall in den Handel kommen, neben Turnschuhen wird die Kollektion auch Kleidungsstücke enthalten. Wie ihr vorab schon die Chance habt, ein paar der hübschen Sneaker zu ergattern, erfahrt ihr hier.

Schildkröten Meer

Das geht auch: Ein Fussballtrikot aus Plastikmüll

Parley und adidas neuestes Produkt ist ein Trikot aus Fasern, die aus recycelten Plasikabfällen hergestellt werden, die an den Küsten der Trauminseln Malediven gesammelt wurden. Niemand geringeres als das Fußballteam des FC Bayern München ist damit Anfang November 2016 aufgelaufen, Real Madrid will es ebenso machen und die Idee unterstützen.

Gar nicht so schwer: Recyclen ist gut, vermeiden noch besser

Seit die Kooperation von adidas und Parley for the Oceans im Jahr 2014 startete, hat sich beim Sportgiganten einiges getan: Seit Frühjahr 2016 werden in keinen adidas-Stores mehr Plastiktüten ausgehändigt – über die Vermeidung von Plastiktüten haben wir auf re:BLOG ja vor gar nicht allzu langer Zeit berichtet. Bis 2020 hat adidas sich noch ein weiteres Nachhaltigkeitsziel gesetzt, bis dahin sollen Schadstoffe durch ungefährliche Substanzen ersetzt werden. Neben anderen Großkonzernen wie beispielsweise Zara und Aldi wurde adidas von Greenpeace dafür als „Trendsetter der sauberen Textilindustrie“ betitelt.

Denn Schadstoffe wie giftige Chemikalien, Weichmacher und Färbungen verschmutzen Gewässer und Trinkwasserreserven, daher ist es ein großer Erfolg, wenn ein Großkonzern wie adidas hier in punkto Nachhaltigkeit ein Zeichen setzt. Es zeigt aber gleichzeitig auch, dass die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen zu sein scheint – oder lässt dies zumindest hoffen.

Muscheln am Strand

Konsequenzen ziehen: Am Ende liegt es bei uns

Plastik im Meer ist für viele von uns so abstrakt wie Müll im Weltall – denn was wir nicht sehen, prägt sich nicht ein. Und wenn wir am Strand sind, bekommen wir ihn selten zu sehen, da an den Badestränden meist dafür gesorgt wird, dass alles schön und sauber aussieht. Dabei lässt sich Plastik in allen Meeren finden, bildet große Müllinseln, liegt auf dem Meeresboden und hält extrem lange. Gerade durch Sonneneinstrahlung und Salzwasser wird es in immer kleinere Teilchen zersetzt und somit von Fischen mit Plankton verwechselt und gefressen – so landet es schlussendlich sogar auf unseren Tellern.

Klar können wir im Privaten nicht so viel Einfluss nehmen, aber Abfälle vermeiden können wir auf jeden Fall. Und eben auch genauso gut in verschiedenen Upcycling-Projekten aus Bestehendem Neues schaffen. Schön, wenn viele nach diesen Prinzipien leben und arbeiten.

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Themen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von den kleinen und großen Schritten, die in Sachen Nachhaltigkeit gemacht werden. Verantwortungsvolles Handeln bedeutet für mich, bewusste Entscheidungen im Sinne einer bunten und vielfältigen Zukunft zu treffen. Das fängt für mich auch schon im Kleinen an: Zum Einkaufen geht’s mit meinen Jutebeutel, auf dem Rad. Im Körbchen liegen dann Bio-Gemüse, recycelte Haushaltstücher und der leckere Schokoriegel mit Fairtrade-Siegel. Während meines Wirtschaftsstudiums lernte ich auch die wissenschaftliche Seite dieses Themas und die globalen Zusammenhänge näher kennen. Gerade Unternehmen wie OTTO können durch nachhaltiges Handeln viel bewegen. Und da kommen Mitarbeitende wie ich ins Spiel. So heißt es für mich: Ein bisschen Öko, viel Leidenschaft.

Letzte Kommentare (1)

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LineA00
Freitag, 18. November 2016, 16:15 Uhr

Wahnsinnig gute Idee!!! Auf jeden Fall zu unterstützen!!!!! Weitere Informationen zu diesem Schuh gibt es hier:
http://www.schuheliebe.de/ultraboost-uncaged-parley-adidas-laufschuh-aus-meeresmuell/