Obst und Gemüse trocknen: Was eignet sich und wie funktioniert’s?

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Ob bei ein­er guten Ernte oder weil wir beim Einkaufen etwas zu viel geholt haben, oft bleiben Reste übrig. Gle­ich ver­brauchen kann man nicht alles und ein­frieren möchte man vielle­icht auch nicht immer. Wir zeigen dir, wie du Obst und Gemüse trock­nen und so halt­bar machen kannst.

Tomaten und anderes Gemuese trocknen

In ein­er Zeit, in der Obst und Gemüse das ganze Jahr über im Super­markt frisch erhältlich sind, denken wohl die wenig­sten über die altherge­brachte Meth­ode des Dör­rens nach. Dabei ist es eine tolle Möglichkeit, saisonale Zutat­en für die käl­teren Monate halt­bar zu machen, um nicht auf geschmack­los­es Obst aus dem Gewächshaus zurück­greifen zu müssen. Durch den Entzug von Wass­er wird Mikroor­gan­is­men die Lebens­grund­lage ent­zo­gen und die Halt­barkeit der Lebens­mit­tel ver­längert. Die scho­nende Trock­nung sorgt dafür, dass Vit­a­mine und Min­er­al­stoffe erhal­ten bleiben und noch dazu bekom­men die Nahrungsmit­tel einen inten­siv­eren Geschmack. Hier erfährst du alles, was du zum The­ma Obst und Gemüse trock­nen wis­sen musst.

Gemüse und Obst dörren: Die Vorteile

Gemuese und Obst doerren

Egal, ob saisonaler Über­fluss im Garten oder Überbleib­sel aus der Küche – Gemüse und Obst zu trock­nen, hat zwei wesentliche Vorteile: Du kannst Reste ver­mei­den und damit unnötige Ver­schwen­dung. Zudem hältst du deinen Kühlschrank oder Tiefküh­ler frei. Denn getrock­netes Obst oder gedör­rtes Gemüse lassen sich ganz ein­fach in Schraubgläsern im Vor­ratss­chrank lagern. Das spart zudem noch jede Menge Energie und macht das Dör­ren bzw. Trock­nen zu ein­er sehr nach­halti­gen Meth­ode, um Lebens­mit­tel zu kon­servieren. Du brauchst dazu nicht unbe­d­ingt ein pro­fes­sionelles Dör­rg­erät. Auch im Back­ofen lässt sich Gemüse dör­ren oder Obst trock­nen. Wir ver­wen­den dazu nicht nur frische Lebens­mit­tel, son­dern auch die soge­nan­nten Abfall­pro­duk­te aus der Küche. Wegschmeißen wäre hier viel zu schade. Wenn du beispiel­sweise Nuss­milch sel­ber machst, kannst du die püri­erten Nüsse nach dem Absei­hen trock­nen und zu Nuss­mehl fürs Back­en weit­er­ver­ar­beit­en. Gemüser­este wie Kraut-, Zwiebel- und Wurzel­gemüse lassen sich zu ein­er Paste püri­eren, trock­nen und als geschmacksin­ten­sive gekörnte Brühe verwenden.

Welches Obst und Gemüse lässt sich trocknen?

Gemuese doerren Anleitung

Im Grunde lässt sich jedes Obst und Gemüse trock­nen. Allerd­ings gibt es Unter­schiede, was die Dauer der Trock­nungszeit oder das Risiko für Schim­mel­bil­dung ange­ht. Möcht­est du beispiel­sweise sehr saftiges Obst dör­ren, sollte der Trock­nungsvor­gang recht schnell gehen. Trock­nen in der Sonne über mehrere Tage hin­weg ist zwar umwelt­fre­undlich, da du keine Energie ver­brauchst, aber es dauert auch sehr lange, bis alle Flüs­sigkeit aus dem Obst vertrock­net ist. In der Zwis­chen­zeit kann die Erd­beere oder die Aprikose verder­ben und Schim­mel anset­zen. Denn Feuchtigkeit ist der opti­male Nährbo­den dafür. Das­selbe gilt übri­gens auch, wenn du Tomat­en, Papri­ka oder ähn­lich wasser­haltiges Gemüse trock­nen möcht­est. Ver­gle­ich­sweise „trock­ene“ Sorten wie Äpfel, Bir­nen, Möhren, Zuc­chi­ni, Sel­l­erie oder Por­ree lassen sich hinge­gen schnell dör­ren. Es kommt also gar nicht so sehr auf „das richtige Obst oder Gemüse“, son­dern vielmehr auf die richtige Meth­ode zum Trock­nen an. Gut zu wis­sen: Dör­ren und Trock­nen sind keine Syn­onyme. Der Unter­schied liegt in den ver­schiede­nen Meth­o­d­en, die zum Ein­satz kom­men. Beim Trock­nen wer­den Obst und Gemüse bei 30 bis 50 Grad an der Luft getrock­net, ganz ohne tech­nis­che Hil­f­s­mit­tel. Beim Dör­ren kommt hinge­gen eine zusät­zliche Wärme­quelle wie der Back­ofen, die Heizung oder das Dör­rg­erät zum Einsatz.

Obst und Gemüse dörren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kohl und anderes Gemuese doerren

Da es nicht die eine Meth­ode zum Obst- und Gemüsetrock­nen gibt, stellen wir dir die drei bekan­ntesten in ein­er aus­führlichen Anleitung vor und erk­lären, was ihre Vorteile sowie ihre Nachteile sind und für welche Lebens­mit­tel du sie am besten ver­wen­d­est. Hier aber vier Grun­dregeln, die für alle Trocknungs- und Dör­rmeth­o­d­en gelten: 

  1. Die ver­wen­de­ten Nahrungsmit­tel soll­ten reif, aber nicht über­reif, unge­spritzt und sauber sein.
  2. Klein geschnit­tene Lebens­mit­tel trocknen/dörren schneller und schonender.
  3. Schim­mel­bil­dung beim Dör­ren und Trock­nen ver­hin­der­st du am besten durch höhere Tem­per­a­turen und kurze Trocken-/Dörrzeiten. Das gilt vor allem bei safti­gen und zuck­er­re­ichen Lebensmitteln.
  4. Getrock­netes Obst und Gemüse immer kühl und trock­en lagern.
Erdbeeren trocknen

Obst und Gemüse an der Luft trocknen

Am natür­lich­sten und nach­haltig­sten ist die Luft­trock­nung. Hier bleiben die meis­ten Vit­a­mine erhal­ten. Allerd­ings braucht diese Meth­ode auch am läng­sten, meist mehrere Tage. Ein Nachteil, wenn es sich um beson­ders wasser­haltige Lebens­mit­tel han­delt. Es kommt schnell zu Schim­mel. Zudem bist du extrem vom Wet­ter abhängig, denn es sollte mehrere Tage am Stück trock­en und son­nig sein. Möcht­est du diese Meth­ode trotz­dem aus­pro­bieren, um Obst und Gemüse zu trock­nen, dann eignen sich sehr gut Möhren, Pilze, Zwiebeln, Lauch, Kohl, Äpfel, Bir­nen, feste Pflau­men und Pfir­siche. Tipp: Schlägt das Wet­ter um, oder braucht das Trock­engut zu lange, kannst du es zum weit­eren Dör­ren auch in den Ofen geben.

So geht’s:

  1. Wasche das Obst bzw. das Gemüse und trockne es gründlich ab.
  2. Schnei­de es in 2-3 Mil­lime­ter dicke Ringe oder Streifen und lege es auf eine saugfeste Unter­lage wie Küchen­pa­pi­er oder die nach­haltigere Alter­na­tive: ein Küchen­hand­tuch. Am besten auf einem Back­blech oder Holzbrett.
  3. Stelle das Obst an einen son­ni­gen, trock­e­nen Ort. Wenn du draußen Obst und Gemüse trock­nen willst, soll­test du es mit einem Fliegen­netz abdeck­en, um zu ver­hin­dern, dass Frucht­fliegen oder andere Insek­ten darauf herumkrabbeln.
  4. Wende das Obst bzw. Gemüse 2-3 Mal am Tag und tausche ggf. das Hand­tuch aus, wenn es zu feucht ist. Das beugt Schim­mel vor.
  5. Prüfe nach spätestens drei Tagen, ob das Trock­engut noch Flüs­sigkeit enthält. Kannst du es biegen, ohne dass es bricht oder hat es eine gum­mi­ar­tige Kon­sis­tenz, muss es noch weit­er trocknen.
  6. Fülle das getrock­nete Gemüse oder Obst in ein Schraub­glas und lagere es kühl und trocken.
Gemuese und Obst im Ofen trocknen

Obst und Gemüse im Ofen dörren

Stellst du die Tem­per­atur beim Trock­nen bzw. Dör­ren im Ofen nicht zu hoch, bleiben auch hier die meis­ten Vit­a­mine erhal­ten. Vor allem bei sehr saftigem Obst und Gemüse ist das Dör­ren im Ofen meist bess­er geeignet als das Luft­trock­nen. Das Schim­mel­risiko ent­fällt. Allerd­ings ver­braucht der Ofen in der Trock­nungszeit Energie, was nicht ganz so umwelt­fre­undlich ist. Tipp: Mod­erne Geräte haben einen gerin­geren Stromver­brauch als alt­modis­che. Du kannst mit ihnen nicht nur beim Dör­ren Strom sparen, son­dern auch beim alltäglichen Kochen.

So geht’s:

  1. Wasche das Obst bzw. das Gemüse und trockne es gründlich ab.
  2. Schnei­de es in 2-3 Mil­lime­ter dicke Ringe oder Streifen und lege es auf ein Backblech.
  3. Heize den Ofen auf 50 °C Umluft vor.
  4. Trockne das Obst bzw. Gemüse für min­destens 12 Stunden im Ofen. Beson­ders wasser­haltige Lebens­mit­tel brauchen min­destens 24 Stunden. Lass die Ofen­tür einen Spalt weit auf, damit die Feuchtigkeit gut abziehen kann.
  5. Prüfe, ob das Trock­engut noch Flüs­sigkeit enthält. Kannst du es biegen, ohne dass es bricht oder hat es eine gum­mi­ar­tige Kon­sis­tenz, muss es noch weit­er trocknen.
  6. Fülle das getrock­nete Gemüse oder Obst in ein Schraub­glas und lagere es kühl und trocken.
Obst und Gemuese doerren

Obst und Gemüse im Dör­rautomat halt­bar machen

Im Grunde ist ein Dör­rautomat nichts anderes als ein Back­ofen. Aber er hat einige entschei­dende Vorteile: Zum einen ist hier die Belüf­tung bess­er, was dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit bess­er abtrans­portiert wird. Zum anderen ver­braucht er ein­fach weniger Strom, denn er reduziert die Dör­rzeit um einige Stunden und benötigt weniger Energie. Zum Ver­gle­ich: Ein Back­ofen ver­braucht pro Stunde zwis­chen 4 und 5 Cent Strom, ein Dör­rautomat ca. 3 Cent pro Stunde. Die Anschaf­fung lohnt vor allem, wenn du regelmäßig größere Men­gen an Obst und Gemüse trock­nen möcht­est. Der Dör­rautomat arbeit­et meist auf mehreren Etagen.

So geht’s:

  1. Gemüse und Obst waschen und gründlich trocknen.
  2. Schnei­de das Trock­engut in 2-3 Mil­lime­ter dicke Ringe oder Streifen.
  3. Lege die zu trock­nen­den Lebens­mit­tel nach Gebrauch­san­weisung in den Dör­rauto­mat­en und trockne sie bei 55 °C für min­destens 8 Stunden. Sehr saftiges Obst oder Gemüse braucht zum Dör­ren min­destens 20 Stunden.
  4. Prüfe, ob das Trock­engut noch Flüs­sigkeit enthält. Kannst du es biegen, ohne dass es bricht oder hat es eine gum­mi­ar­tige Kon­sis­tenz, muss es noch weit­er trocknen.
  5. Fülle das getrock­nete Gemüse oder Obst in ein Schraub­glas und lagere es kühl und trocken.

Fazit zum Obstdörren und Gemüsetrocknen

Chili trocknen

Die Tech­nik des Dör­rens bzw. Trock­nens ist schon uralt und beson­ders effek­tiv, um Lebens­mit­tel halt­bar zu machen. Entziehst du ihnen Wass­er, haben Bak­te­rien und Schim­mel keine Lebens­grund­lage und die Nahrungsmit­tel verder­ben nicht. Wichtig zu wis­sen: Beim Luft­trock­nen ver­brauchst du keine Energie, aber der Vor­gang dauert sehr lange. Es kann sich Schim­mel bilden. Risikoärmer ist es da, im Ofen Obst und Gemüse zu dör­ren. Ger­ade bei großen Men­gen lohnt sich ein stroms­paren­der Dör­rautomat. Du kannst aber nicht nur frisch geern­tete Lebens­mit­tel halt­bar machen, son­dern auch Reste wie Gemüse oder Nüsse trock­nen und zu gekörn­ter Brühe bzw. Mehl ver­ar­beit­en. Getrock­netes Obst lässt sich pri­ma als Snack oder Zutat für Müs­li bzw. Por­ridge ein­set­zen. Obst- und Gemüsetrock­nen hat also viele leckere Vorteile, wenn du gesund und nach­haltig leben möchtest.

Pilze sammeln und essbare Pilze erkennen

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Im Herbst ist Pilz-Saison. Wir haben alle Fakten zum Pilzesammeln, wie du essbare Sorten erkennst und wo genau die Leckerbissen wachsen.

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Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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