Bohnen: Viel mehr als nur das Fleisch des armen Mannes

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Es ist Früh­ling und auch wenn es recht ungemütlich draußen sein kann, gibt es einiges, was man bere­its jet­zt im Garten oder für den Garten tun kann. Auf der Seite der Stiftungs­ge­mein­schaft ans­tiftung & ertomis gibt es einen schö­nen phä­nol­o­gis­chen Kalen­der mit zeitlichen Empfehlun­gen für Aus­saat, Pflege und Ernte. Für mich stand dieses Jahr die Entschei­dung fest, unter­schiedliche Bohnen­sorten auszupro­bieren. Neben den frischen grü­nen Bohnen, die ich sehr mag, kön­nen die Samen im Win­ter eine wichtige Ver­sorgung leis­ten.

Bohnen_schwarz

Bohnen­samen selb­st sind nicht nur gesund, son­dern auch hüb­sch anzuschauen. Denn die Samen weisen eine unglaubliche Vielfalt an For­men und Far­ben auf. Ich habe online bei Dreschflegel Saatgut bestellt. Dreschflegel ist ein Ver­bund von ökol­o­gisch wirtschaf­ten­den Betrieben, die alte und neue Sorten im Ange­bot haben, samen­fest und bio.

Da Bohnenpflanzen es warm mögen, soll­ten die Samen oder Keim­linge nicht vor dem 20. Mai, etwa eine Woche nach den Eisheili­gen, in den Garten geset­zt wer­den. Ein Nacht­frost ist dann unwahrschein­lich. Die Aus­saat kann bis in den Juli erfol­gen. Das führt zu ein­er ver­set­zten Frucht­folge und damit zu ein­er langfristi­gen Ver­sorgung an frischen Bohnen.

Bohnen_keimen

Die Pflanzen sind auch deshalb attrak­tiv, weil man immer wieder durch­pflück­en kann und so eine lange Zeit der Bohnen­ernte möglich ist. Das fand ich bere­its let­ztes Jahr sehr prak­tisch und werde es dieses Jahr wieder so machen.

Feuerbohnen

Lei­der kön­nen Rohköstler nicht in den Genuss von Bohnen kom­men. Denn vor dem Verzehr müssen Bohnen gekocht wer­den. Dadurch wird das giftige Phasin zer­stört. Die Kochzeit sollte min­destens zehn Minuten betra­gen, mit 15 Minuten geht man auf Num­mer sich­er.

Bohnen, wie auch andere Hülsen­früchte, sind durch ihre gute Lager­fähigkeit für den Ver­brauch im späten Herb­st und Win­ter ger­adezu prädes­tiniert, doch anscheinend etwas in Vergessen­heit ger­at­en. Die tra­di­tionellen dick­en, weißen Bohnen in der Suppe sind nicht jed­er­manns Geschmack. Dabei gibt es inzwis­chen vielfältige und span­nende Rezepte für Pas­ten und Auf­striche.

Bohnen_Samen

Deshalb meine Empfehlung: Ent­deckt die Bohnen wieder. Bohnen sind sehr nahrhaft und reich an pflan­zlichem Eiweiß. Früher gal­ten sie deswe­gen als „Fleisch des armen Mannes“. Auch heute sind Bohnen und andere Hülsen­früchte dazu in der Lage, einen wichti­gen Beitrag zur heimis­chen Ver­sorgung zu leis­ten.

Bohnen_Puffbohne

Bevor es richtig los­ge­ht in der Natur, kann die Zeit im Gewächshaus oder ein­fach daheim auf dem Fen­ster­brett zum Vorziehen genutzt wer­den. Im Moment ist es längst an der Zeit Heck­en und Gehölzen zu schnei­den. Das habe ich erledigt und zudem drei neue Obst­bäume gepflanzt. Ich hoffe, die Bäum­chen wach­sen gut an.

Ich habe in der Zwis­chen­zeit außer­dem unseren Gärt­ner in Zeesen besucht. Im Gespräch erfuhr ich, dass es Zeit zum Säen von frühen Möhren ist. Anson­sten ist viel Vor­bere­itung ange­sagt. Der Boden braucht Nährstoffe und wer auf natür­liche Weise mit organ­is­chen Stof­fen die Erde anre­ich­ern möchte, der gräbt ver­rot­teten Kom­post oder Dung unter. Das ist viel Arbeit, aber bringt den gewün­scht­en Ertrag – auf eine natür­liche Weise.

Tomate_keimen

Der Gärt­ner hat mir außer­dem das Gewächshaus gezeigt. Dort wer­den die Tomat­en vorge­zo­gen. Die Tomat­en auf dem oberen Bild müssen noch pikiert wer­den. Das bedeutet, dass die zu dicht beieinan­der ste­hen­den Pflanzen vor­sichtig voneinan­der getren­nt und mit frisch­er Erde und mehr Platz neu eingepflanzt wer­den.

Tomaten_Pflanzen

Wenn die Pflanzen wieder ein gutes Stück gewach­sen sind und Frost nicht mehr zu erwarten ist, wer­den die Tomatenpflanzen ins Frei­land geset­zt. Übri­gens, wenn man die Pflanzen etwas tiefer in die Erde set­zt, unter­stützt das eine kräftige Wurzel­bil­dung.

Kartof­feln pflanzt der Gärt­ner bere­its ab dem 10. April ins Freie. Damit es schneller geht, keimt er die Knollen etwa zwei, drei Wochen vor.

Bohnen_Kartoffeln

Bohnen_Dill

Zum Abschied bekam ich einen Strauß aus frischem Dill. Daraus habe ich direkt eine leckere Dill­but­ter gemacht.

Der Trend des Teilens: Foodsharing

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Teilen ist im Trend: egal, ob es sich um das Auto, die Wohnung oder Nahrungsmittel dreht. Car- oder Food-Sharing, Mitfahr- oder Mitwohnmöglichkeiten, Couch-Surfing oder Gemeinschaftsgärten sowie Tauschringe oder Verleihstationen für Werkzeuge sind die Hoffnungsträger für eine nachhaltigere und hoffentlich bessere Entwicklung unserer Welt. Menschen wollen Dinge nicht mehr besitzen, sondern an ihnen teilhaben. Ich bin mal wieder auf dem Weg zu einer sogenannten „Foodsharing“-Ausgabestelle. Jeder ist willkommen. Obwohl ich in den letzten Wochen relativ häufig verschiedene Fair-Teiler in verschiedenen Städten besucht habe, fühle ich mich dennoch immer ein bisschen merkwürdig. Schließlich bin ich nicht im klassischen Sinne bedürftig. Aber…

Hallo, ich bin Svenda und schreibe über regionale Produkte, die in kleinen Manufakturen hergestellt werden. Genauso wie Handwerker, die wunderbare, köstliche, ungewöhnliche oder einfach praktische Waren anfertigen, sind auch Künstler...

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