Basisch essen – Ein Experiment in Sachen gesunde Ernährung

| von 

B wie Basisch – lange stand das Basenkochbuch ganz weit vorne um genau zu sein und irgendwie stand es da ziemlich gut. Vor kurzem habe ich meine Kochbücher neu sortiert und aussortiert, weil ja Platz frei werden musste für die ganzen Babyutensilien im Küchenschrank und da ist es mir wieder in die Hände gefallen.

Weil ich ja immer alles ausprobieren muss, habe ich den Mann überredet eine Woche lang basisch mit mir zu leben. Immerhin verspricht einem jedes Basenkochbuch und jeder Basenartikel, dass Mann und Frau wie neugeboren aus so einer Basenkur hervorgehen und dass das basische Essen überhaupt das gesündeste sei, was man seinem Körper antun kann. Gesund ist gut, dachten wir uns. „Wie neugeboren“ klingt auch gut, dachte ich mir und schon stand der Plan.

Die Einkaufsliste wurde geschrieben, der Kochplan für die Woche an den Kühlschrank geheftet und der ungesunde saure Kram – in Basenernährungssprache gesprochen – erst einmal aussortiert und an die Seite gelegt.

Gemüsestand

Basische Ernährung – das Konzept

Es gibt das Konzept etwa seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Basische Ernährung basiert auf der Idee, dass der Körper immer in Balance sein sollte. Wenn wir zu viele säureproduzierende Sachen essen, kann der Körper übersäuern, das wiederum sorgt für ein Ungleichgewicht und kann auf Dauer krank machen. Die gute Balance und damit den gesunden Körper erreichen wir durch eine ausbalancierte und gesunde basische Ernährung. Das ist zumindest der grobe Gedanke dahinter. Es gibt laut dieser Ernährungslehre unter den Lebensmitteln Basenbildner sowie gute und schlechte Säurebildner. Letztere sollten wir so gut es geht meiden. Die Basenbildner sollten etwa 70-80% der Ernährung ausmachen, die guten Säurebildner die restlichen Prozente. Das wäre das Ideal. Dazu gibt es viele Bücher und Ernährungstabellen da draussen.

Ich bin ja grundsätzlich kein Fan von dogmatischen Lehren und zu verkrampftem Umgang mit dem Thema Ernährung, gleichzeitig mag ich die Idee einer ausgewogenen und damit gesunden Ernährung und meide Fertigkost und industriell verarbeitete Lebensmittel, wo es nur geht. Deswegen fühlte ich mich beim erneuten Lesen des Buches sofort zu einem Experiment inspiriert und habe den Mann und mich in Basenhaft genommen.

1 Woche Basisch – Ein Tagesspeiseplan als Beispiel inkl. Rezept

Matcha Latte

Zum Frühstück gibt es erst einmal einen Früchtemandelmilchsmoothie mit einer Extraschippe Mandelmus für die Sättigung und der morgendliche Kaffee wird durch einen Matcha-Vanille-Latte a la Attila Hiltmann ersetzt. Allerdings der Matcha-Latte in einer Hollightly-Abwandlung (250 ml Mandelmilch, 1 Prise Salz, 1 TL Cashewmuß, 1 TL Matcha, 1 TL Kokosblütensirup, 1 Messerspitze Zimt, 1 Messerspitze Vanille).

Mittags gibt es eine große Portion Salat mit Zitronen-Olivenöl-Dressing, frischen Karotten und Mandelsplittern. Dazu ein selbstgebackenes Kartoffelbrot mit einem Messerstreich Kokosfett auf dem Brot.

Nachmittags steht ein Obstteller auf dem Speiseplan. Dazu ein Stückchen Bio-Bitterbitterschokolade 82 % (von Original Beans) mit einem selbstgemachten basischen Matchacake.

Abends dann noch gebratene Glasnudeln mit Asiagemüse und Erdnussstückchen. Die Nudeln sind aus Mungobohnenmehl gemacht und damit Superbasisch. Die Erdnüsse sind über Nacht eingeweicht. Warum auch immer – das muss wohl so im basischen. Dann gehen nämlich auch Erdnüsse und andere Nusssorten.

Weil der Rest des Tagesplanes rezeptetechnisch vermutlich ziemlich gut selbsterklärend ist, gibt’s jetzt das Rezept für meinen mittlerweile heiß geliebten basischen Matcha-Cheesecake. Ich habe das Rezept ursprünglich via Instagram geschnappt und für mich ziemlich abgewandelt. Der Kuchen ist sehr praktisch, weil er quasi von ganz alleine fertig wird.

Matcha-Cheesecake

Der Boden: 1 Tasse Mandeln in der Pfanne leicht anrösten und dann zusammen mit einer Handvoll Datteln im Mixer fein mahlen. Anschließend 2 Teelöffel Kokosblütensirup in die Masse geben und eine Prise Salz. Dazu eine Messerspitze Zimt und 2 Esslöffel flüssiges Kokosfett. Das Ganze zu einem Teig verkneten und die Kuchenform damit auslegen.

Die „Cheesecake-Schicht“: 1 Tasse Cashewnüsse mehrere Stunden in einer Schüssel Wasser einweichen. Wasser abgießen und die Nüssen zusammen mit 2 Esslöffel Mandelmilch, 1 Esslöffel Zitronensaft und den Zesten der Zitrone mixen. 3 Esslöffel Kokosblütensirup dazupacken und eine Messerspitze Vanilleextrakt plus eine Prise Salz. Dann das Ganze so lange im Mixer pürieren bis eine weiche Mischung entstanden ist. 50 ml Mandelmilch mit einer pflanzlichen Gelatine (je nach Gelatine die Menge auf 300 ml berechnen- ich nehme „Agaranta“ von „Biovegan“) aufkochen und unter die Masse geben. Dann alles auf den Boden gießen und für mindestens 1-2 Stunden kalt stellen – auf jeden Fall solange bis es fest geworden ist.

Die „Matcha-Schicht“: 2 Tassen Cashewnüsse auch wieder für mehrere Stunden in einer Schüssel Wasser einweichen. Dann das Wasser abgiessen und die Cashewnüsse mit 3 Esslöffel Kokosblütensirup, einer halben Tasse Mandelmilch, 1 Teelöffel Zitronensaft, 1 Messerspitze Vanilleextrakt und 3 Esslöffeln Matchapulver mixen, bis die Masse fein und flüssig ist. Wieder 100 ml Mandelmilch mit einem pflanzlichen Geliermittel aufkochen lassen und unter die Masse rühren. Die ganze Masse über die Cheesecake-Schicht giessen, glatt streichen und wieder für mehrere Stunden in den Kühlschrank stellen.

Fertig.

Mein Fazit – 1 Woche 100% Basisch

Frühstücksbowl

Ich fühle mich tatsächlich energiegeladener und leichter. Mein Magen rumort nicht, der Bauch fühlt sich nicht schwer an – nach keiner Mahlzeit – und es meldet sich nach dem Essen auch kein Suppenkoma zu Wort. Die basische Kurwoche hat mir wieder einmal gezeigt, dass an dem Spruch „Du bist, was du isst“ viel Wahres dran ist. Außerdem habe ich unter anderem durch die Basenwoche die Mandelmilch und den Matchalatte für mich entdeckt. Ich liebe das Zeug!

Wobei ich aber auch gestehen muss, dass das Schreiben der ersten Einkaufsliste ein kleines Bisschen weh tat. Kein Kaffee *heul*, kein Brot *schluchz*, keine Nudeln *jaul*, keine Zimtschnecken *schnief*, kein Käse…Für mich hieß das kurz zusammengefasst, dass ich auf ziemlich viel von dem verzichten musste, was schmeckt. Ich liebe Käse, ohne Kaffee startet mein Morgen nicht ganz so gut und ohne Brot und Nudeln geht sowieso gar nichts. Deswegen bin ich in der 100% Kurwoche immer wieder wie ein Trüffelschweinchen durch die Wohnung in die Küche gerannt auf der Suche nach etwas „Leckerem“. Irgendwie war ich schon ein bisschen dauerunbefriedigt in Sachen Futteraufnahme. Gleichzeitig habe ich mich so viel besser gefühlt als sonst und deswegen die Woche eiskalt durchgezogen.

Eine basische Kurwoche ist für einen Genußesser wie mich hart. Aber Basische Ernährung heißt langfristig, dass man das Leben und die Ernährung gesund aber entspannt halten kann. Denn nach einer ersten (zugegebenermaßen recht harten) Kurrunde mit 100% basischer Ernährung darf man dann ja auf 70% Basisch und 30% Saurer (aber geiler) Kram umsteigen.

Hauptsache in Balance

Der Einkaufskorb ist dann vor allem voller Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und anderer feiner Sachen ist. Es gibt mehr Kartoffeln statt Nudeln zum Beispiel. Im selbstgebackenen Brot landet Dinkel- oder Emmer- oder Kamutvollkornmehl statt Weizenmehl. Zucker wird durch Kokosblütensirup oder Steviapulver ersetzt und das Thema „Süßkram“ sowieso minimiert. Ein bisschen Käse ist ab und an drin, aber eben nicht mehr täglich. Die Kuhmilch wurde durch Hafermilch und Mandelmilch ersetzt – das ist ohnehin tierfreundlicher.

Pizza, Spaghetti mit Tomatensauce oder Zimtschnecken sind so weiterhin möglich. Aber man packt dann zum Beispiel viel Gemüse auf die Pizza und isst einen großen Salat dazu oder macht am besten den Pizzateig selbst und ersetzt die Hälfte des Mehles durch Kartoffeln. Oder man packt viel Gemüse wie Paprika und Zucchini in die Tomatensauce zu den Spaghetti. Oder man isst einen fetten Obstteller zur halben Zimtschnecke. Dann ist die basische Ernährung einfach ein schöner Leitfaden zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung mit einer schönen Obst- und Gemüsebasis.

Mit dem 70 / 30 Konzept kann ich ziemlich gut leben. Wir haben die basische Ernährungsweise in unseren Alltag übernommen. Zur Kurwoche sind mittlerweile 2 Monate basische Ernährung dazugekommen und ich habe das Konzept schwer ins Herz geschlossen. Das Brot backe ich seitdem selbst und unsere Küche ist deutlich abwechslungsreicher geworden. Der gute Nebeneffekt: Ein paar Gramm wird man so auch ganz nebenbei los, weil ja Zucker und tierische Fette wie Butter und Sahne nur eine kleine Rolle spielen. Das Kochbuch ist auch wieder in meinen Küchenschrank gewandert und wird seitdem ziemlich regelmäßig für den nächsten Kocheinsatz aus dem Schrank geholt.

Zucker: Die „legale Droge“ erkennen und vermeiden

| von 
Als Kind habe ich sehr viel genascht. Jedes Jahr zu Weihnachten bekam ich einen großen Korb voller Süßigkeiten von meiner Großmutter mit frisch gebackenen Plätzchen, Weihnachtsschokolade und Gewürzmandeln. Meist habe ich mich über diesen randvollen Korb mit Leckereien mehr gefreut, als über die eigentlichen Geschenke am Heiligen Abend. Mein Zuckerkonsum war auch zu Teenagerzeiten enorm hoch, bis ich im frühen Erwachsenenalter erkannte, wie abhängig ich von dem „Zeug“ war. Damals habe ich begonnen mich intensiv mit dem Thema Zucker auseinander zu setzen und was er mit dem Körper und auch dem Geist macht. Fest steht, dass Zucker in unserer Gesellschaft…

Hi, ihr Lieben! Mein Name ist Petra und ich blogge auf „Hollightly“ über Fashion, Design und grünen Lifestyle. Ich bin bekennendes Modemädchen mit Hang zu schönen Dingen und überzeugt davon,...

Zum Autor

Michael Bäcker
Montag, 8. Oktober 2018, 10:54 Uhr

Danke für den Beitrag und die Tipps zur basischen Ernährung. Mein Cousin ist sehr von Jentschura Produkten begeistert und hat mir basische Ernährung ans Herz gelegt. Wie kann man denn basische Ernährung in den Alltag implementieren? Welche Lebensmittel sollte man besonders viel essen?
LG

Donnerstag, 1. März 2018, 12:48 Uhr

Hallo liebe Antje, das ist schwer zu beantworten. Die Rezepte sind alle von mir abgewandelt und zum Teil auch frisch erfunden worden. Der Matchacake ist zum Beispiel von einem Instagram-Account und von mir angepasst worden. Aber es gibt viele tolle Kochbücher zum Thema. Besonders mochte ich „Vegetarisch basisch gut – für Eilige“ von Natasha Corrett 🙂

Antje
Sonntag, 25. Februar 2018, 6:56 Uhr

Wie genau heißt das Kochbuch aus dem die Rezepte stammen? =)