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Work-Family-Balance in Corona-Zeiten: Wo ist die Zeit hin?
Kultur

Work-Family-Balance in Corona-Zeiten: Wo ist die Zeit hin?

Plan F und Väter@Otto: Zwei OTTO-Netzwerke beleuchten Vereinbarkeit von Familie und Beruf

29.10.2020 Autorin Lynn-Sofie Becker (Gastautorin) Lesedauer: 3 Minuten
​Kinderbetreuung, Home Schooling und Mobile Office – Themen, die seit der Corona-Krise eine ganz neue Bedeutung im Arbeitsalltag haben. Was heute immer noch ein stressiger Balanceakt für die Familien ist, kann in Zukunft auch eine Chance sein, die großen Themen Work und (Family)Life neu zu sortieren

Die Corona-Krise hat es Familien in den vergangenen Monaten schwer gemacht. Tatsächlich liegen hier aber auch Chancen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Henrieke Hentschel vom Fe*Male-Netzwerk Plan F und Nico Luethje vom Netzwerk Väter@Otto kennen die Herausforderungen von Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf und haben in einer internen Umfrage konkrete Beispiele erhalten, wo die Probleme liegen und wie wir sie verbessern können. Es entstand ein spannender Austausch mit konkreten Ergebnissen.

Durch Corona mussten sich in kürzester Zeit tausende Mitarbeiter*innen ins Mobile Office begeben. Nicht nur bei OTTO und der Otto Group, sondern auch in anderen Branchen. Doch diese Zeit bringt auch Vorteile: zum Beispiel mehr Akzeptanz in den unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen.

Technisch bietet die Otto Group seit ein paar Jahren die Grundvoraussetzungen für den Erfolg dieses Arbeitsmodells: Mit Microsoft 365 haben Kolleg*innen alle Daten, egal wo, parat. In einem Austausch mit rund 30 Kolleg*innen haben Henrieke und Nico auf einige Fragen Antworten erhalten.

Was sind positive Effekte im Privatleben, was wollen wir konkret behalten und sichern?

Bei dieser Frage fiel vor allem das Stichwort „Zeit" – hauptsächlich durch weniger Pendelei, Zeit für die Kinder, für den*die Partner*in, für Entschleunigung, für gemeinsame Aktivitäten, alles in allem: flexiblere Zeit für die Familie. „So entfällt seit Corona die abgehetzte Heimfahrt, wenn mal nicht pünktlichen Feierabend gemacht werden kann – denn die Eltern sind ja schon zu Hause, wenn die Kinder aus der Schule kommen", erklärt Henrieke.

Nico Lüthje gehört zum Väternetzwerk Väter@Otto

Für den Arbeitsalltag ergeben sich seit Corona Vorteile und Chancen. Auch hier ist Zeit wieder ein zentrales Thema: die flexible Zeit-Einteilung. Das ist besonders für die Eltern, die in Teilzeit arbeiten, hilfreich. So ergibt sich eine ganz neue Struktur, bei der es nicht nacheinander Arbeits-, Familien- und Freizeitblock gibt, sondern diese Bereiche ineinander übergehen und so mehr Flexibilität ermöglichen. „Es kann jetzt also auch problemlos remote an wichtigen Nachmittagsterminen teilgenommen werden, obwohl man im Kern nur vormittags arbeitet", so erklärt es Nico. „Viele Befragte berichten, dass Termine bündiger und fokussierter ablaufen und die eigene Arbeit insgesamt als effizienter wahrgenommen wird", sagt Nico weiter. Ebenso seien manche Teams näher zusammengerückt als vorher.

Henrieke ist Mitglied im Fe*Male-Netzwerk Plan F von OTTO

Wie können wir die positiven Effekte nun konkret bewahren und ausbauen?

Über den Erfolgsfaktor sind sich die Befragten überwiegend einig: Alle Meetings sollten über MS Teams erreichbar sein! Das bewahrt die Flexibilität, die so vieles erst ermöglicht. Doch es dürfen auch nicht die vergessen werden, die lieber im Office statt zu Hause arbeiten. „Als Ziel wird ein hybrides Arbeitsmodell genannt, das sowohl Mobiles Arbeiten als auch Büro-Arbeit flexibel unterstützt. Das erfordert noch ein wenig Arbeit am Mindset und der Campus-Gestaltung, doch kann die Zukunft des Arbeitens sein", sagt Henrieke.

Bei allen Freiheiten und Flexibilität sind sich die Teilnehmer*innen auch einig, dass das hybride Modell ohne Regeln nicht funktionieren kann. Es muss klare Absprachen zur Erwartungshaltung der Arbeitszeiten und Erreichbarkeit geben – ansonsten ist auch um 22 Uhr im Kopf noch kein Feierabend.

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