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„Ich verliebe mich nicht in ein Geschlecht, sondern in einen Menschen“
Kultur

„Ich verliebe mich nicht in ein Geschlecht, sondern in einen Menschen“

In Porträts stellen wir die nächsten zwei Wochen LGBTIQ*-Menschen in den Mittelpunkt

28.07.2020 Von Linda Gondorf Lesedauer: 5 Minuten
Es ist Pride-Week. Und auch wenn dieses Jahr alles anders ist, wollen wir dieses Ereignis nicht vergessen. Bei OTTO steht der Mensch im Mittelpunkt – mit seinen individuellen Fähigkeiten. Wir fördern Offenheit, Mut, Freiraum und Ergebnisorientierung. Das erste Porträt präsentiert Katja Narjes: Katja ist eine dieser Typen, die man klar als Macher*innen betiteln kann – und sie ist bi

Sie malt vielschichtige Bilder, sie kocht aufwendige Dinner, sie hat tausend Ideen im Kopf und fast genauso viele Projekte am Laufen. Katja Narjes ist eine dieser Typen, die man klar als Macher*innen betiteln kann. Immer wieder Neues im Kopf, immer wieder Bock auf neue Herausforderungen – sei es das nächste Studium, der Eintritt in die Politik oder die Digitalisierung in der Medizin oder bei Otto.

Katja ist eine selbstwusste Frau, mit braunen Haaren, rehbraunen Augen, oft auf High Heels und mit rotem Lippenstift unterwegs. Ihr Lieblingsoutfit: Kleider in jeglicher Variante. Bei unserem Gespräch zu diesem Porträt sitzt Katja zu Hause. Seit gut vier Monaten arbeiten wir remote, sehen uns über Webcam. Sie könnte also genauso gut eine Jogginghose anhaben, ungeschminkt, mit einem wilden Dutt auf dem Kopf vor dem PC sitzen. Aber so ist Katja nicht. Sie macht sich seit dem ersten Tag auch für das mobile Arbeiten zurecht. Sie braucht das, um im Rhythmus zu bleiben.

Ab zu OTTO

Fragt man nach ihrem Lebensweg, dann glaubt man nicht, wie viel diese Frau mit ihren 33 Jahren schon ausprobiert hat: trotz Bestnoten in der Schule, musste sie eine Klasse wiederholen. „Ich habe mich in der Schule gelangweilt, die Aufgaben haben mich nicht gereizt und das Leben draußen, hatte mehr zu bieten“, sagt sie und lacht dabei. Es folgt eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation, weil sie keinen Bock aufs Studieren hat. „Da konnte ich nicht direkt etwas verändern und mitgestalten. Darauf hatte ich keine Lust“. Es folgt der Fachwirt in der Immobilienbrache, sie wird Wirtschaftsfachwirtin und Betriebswirtin, dann kommt ein Bachelor mit Schwerpunkt Digital Management. Zurzeit sitzt Katja an den letzten Kursen ihres Masterstudiums, welches sie neben der Arbeit abends wuppt. Sie ist im dritten Semester des Studiums Business Consulting und Digital Management.

Man merkt im Gespräch schnell: Katja lässt sich nicht in eine Schublade packen, sie ist so neugierig, dass sie sich nicht auf eine Sache in ihrem Leben festlegen will. Sie will etwas bewegen und will Ziele erreichen. Eines dieser Ziele war auch OTTO. „Ich wurde tatsächlich fünfmal abgelehnt, bis ich dann endlich zum Gespräch eingeladen wurde. Irgendwie wusste ich, dass OTTO und ich eine gute Verbindung wären“, erzählt Katja. „Ich komme aus der Nähe von Warnemünde und da habe ich mir schon als Kind den OTTO-Katalog angeschaut und meine Eltern haben dort auch Dinge für mich bestellt. Schon damals wusste ich, dass ich irgendwann in Hamburg leben will und für dieses Unternehmen arbeiten möchte. Ich fand und finde es spannend, wofür OTTO steht und wodurch OTTO sich klar von anderen Arbeitgebern differenziert. Hier steht der Mensch im Fokus". Katja bezeichnet sich selbst als kreativen Kopf, liebt das Extreme und die Abwechslung im Leben. Doch von OTTO bekommt sie keiner weg: „Hier bleibe ich“, sagt sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Schon seit neun Jahren arbeitet sie in der Otto Group und bei OTTO. Katja macht das, was ihr guttut, lebt wie sie leben will und gibt beruflich alles. Sie braucht Menschen um sich, liebt pulsierende Städte, Stress, Hektik. Nur so kann sie Visionen entwickeln. „In so einer Atmosphäre würden andere Menschen einen Nervenzusammenbruch bekommen, ich blühe darin auf“.

Ich wurde tatsächlich bei OTTO fünfmal abgelehnt, bis ich dann endlich zum Gespräch eingeladen wurde

Mitgründung von MORE

Die Macherin gründete bei OTTO 2019 das LGBTIQ-Netzwerk MORE* mit. Wie kam es dazu? „Ich wurde für das Diversity-Factbook von OTTO porträtiert. Und da ist mir mal wieder aufgefallen, dass es wohl immer noch nicht normal ist, wen man liebt und wie man selbst ist“, berichtet sie. Katja hat sich nie die Frage gestellt, ob sie hetero-, bi- oder homosexuell ist. „Ich bin das, was ich bin und mir gefällt, was mir gefällt – unabhängig vom Geschlecht. Ich habe noch nie diskriminierende Erfahrungen wegen meiner sexuellen Orientierung machen müssen – nicht bei meinen Eltern, nicht in der Schule, nicht im Beruf, weder als Teenager, noch als Erwachsene. Ich hatte auch kein Coming-out. Wozu? Von Anfang an bin ich selbstbewusst mit meiner Sexualität umgegangen und habe nie etwas unterdrückt", erklärt Katja. „Menschen, die mir das Gefühl gegeben haben, ich sei nicht richtig, sind nicht in meinem Leben. Ich bin gut darin, mich klar abzugrenzen und mich von ‘Hohlbratzen‘ fernzuhalten. Sätze wie: `Du bist zu dick oder zu dünn, hetero ist richtig, homo ist falsch` prallen an mir ab“.

Klare Kante zeigen

Viele haben aber doch Probleme und erleben Anfeindungen wegen ihrer sexuellen Orientierung. Dass nicht alle Menschen so offen, ehrlich ohne Hass von außen groß werden, ist für Katja nicht selbstverständlich und daher setzt sie sich mit dem Netzwerk für eine klare Haltung ein: OTTO ist bunt und steht für Vielfalt und Toleranz. Denkmuster aufbrechen ist ihr Ziel und im Unternehmen eine tolerante Kultur etablieren. Ihre Motivation: „Irgendwann kommt der Moment, dass man nicht mehr darüber reden muss, wer man ist und wen man liebt.“ Seit über 10 Jahren lebt sie nun mit einer Frau zusammen – „das Einzige, was daran kompliziert ist, ist der fehlende Platz für doppelt so viele Schuhe in einer Stadtwohnung“, erklärt sie lachend. Katja ist eine Inspiration für viele junge Menschen. Und dann sagt sie noch so weise Sätze wie: „Ich verliebe mich nicht in ein Geschlecht, sondern ich verliebe mich in einen Menschen“. True.
Kennst du schon das LGBTIQ-Netzwerk MORE*? Nein, dann gibt’s hier Infos. Auch der neue OTTO-Spot setzt sich mit vielfältigen Lebensweisen auseinander.

Von Anfang an bin ich selbstbewusst mit meiner Sexualität umgegangen und habe nie etwas unterdrückt

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