Die längste Weihnachtskampagne aller Zeiten
Kultur

Die längste Weihnachtskampagne aller Zeiten

Wer im September durch die dicht bepackten Gänge deutscher Supermärkte läuft, wird überflutet mit Weihnachtsprodukten und das bei Sonne und 25 Grad – die Festtage kommen auch immer früher

19.12.2019 Von Annika Remberg Lesedauer: 4 Minuten
Doch die Weihnachtszeit kommt nicht nur früher, sie bleibt auch länger, zumindest wenn es nach OTTOs Weihnachtskampagne geht. Warum das so ist und wie man darauf kommt, einen Anchorman im grünen Samtanzug in lustige, unangenehme Situationen zu stellen, erzählen Irina Zeiger, Team Lead Social Media, und Katharina Buba, Product Owner Customer Management Services, im Interview

Moin Irina, moin Katharina! Zusammen mit 25 anderen Kolleg*innen habt ihr beiden OTTOs Weihnachtskampagne in diesem Jahr erdacht, konzipiert und umgesetzt – ihr hattet für die Kampagne also den Hut – oder in diesem Fall die Weihnachtsmütze – auf. Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Seid ihr Weihnachtsfans?

KATHARINA BUBA: Ich mag Weihnachten, doch obwohl ich mich schon ab Februar bei OTTO mit Weihnachten beschäftige, artet die Suche nach dem perfekten Geschenk jedes Jahr wieder in Stress aus. Die Festtage sind das, worauf wir das ganze Jahr hinarbeiten – deshalb hatten wir Ende August schon die erste Weihnachtsfeier mit dem Team. Privat freue ich mich, an den Festtagen ein wenig herunterzufahren.

IRINA ZEIGER: Ich fliege nach Thailand, so viel zu Weihnachten (lacht). Aber mal ehrlich: wir haben den meisten Content Anfang Oktober produziert und das Set war ein einziges Weihnachtsfest – spätestens da habe ich eigentlich schon gefeiert.

In diesem Jahr läuft die Kampagne unter dem Slogan „So wird’s ein Fest“. Was versteckt sich dahinter?

KATHARINA: Dahinter stecken vor allem viele gute Tipps und Hilfestellungen. Die gibt unser Protagonist Ricky Anchorman verpackt in kurzen Videos, auf Plakaten oder in einem Quiz. Ricky zeigt, wie Umarmen richtig geht, wie Oma bei wirklich jedem Geschenk ein freudiges Lächeln aufsetzt und dass nicht immer Socken unter dem Baum liegen müssen.

Ricky Anchorman zeigt, wie Oma bei wirklich jedem Geschenk ein freudiges Gesicht macht

Ihr fangt schon im Februar mit der Kampagnenplanung für Weihnachten an – bis Dezember sind das zehn Monate. Wie lange läuft die die eigentliche Kampagnenphase?

KATHARINA: In diesem Jahr läuft die Kampagne vom 4. November bis zum 6. Januar. Das ist länger als je zuvor. Wir starten mit der Kampagne schon vor dem Singles Day am 11. November und nehmen Black Friday und die Cyber Week mit in den Kampagnenzeitraum auf. Gleichzeitig läuft die Kampagne erstmals bis ins neue Jahr hinein. Unseren Onlineshop haben wir mit Inspirationsseiten sogar schon Mitte Oktober auf Advent getrimmt, also noch vor dem eigentlichen Kampagnenbeginn.

Katharina Buba In diesem Jahr läuft unsere Kampagne länger als je zuvor - erstmals sogar bis ins neue Jahr

Katharina Buba, Product Owner Customer Management Services bei OTTO

IRINA: Dieser längere Kampagnenzeitraum deckt sich mit unseren Erfahrungen in Social Media. Wir können nicht einfach mit der Tür ins Haus fallen: Es gibt eben nicht nur die Unterscheidung in Lebkuchen oder kein Lebkuchen in der Auslage. Die Weihnachtszeit unterteilt sich in verschiedene Phasen: eine Pre-Weihnachtsphase, ein deutliches Stresslevel kurz vor Weihnachten und danach eine Phase der Entwöhnung ̶̶ Entweihnachten quasi. Ratschläge der großen Social-Media-Plattformen bestätigen diesen Trend, Weihnachten langsam aufzubauen und abklingen zu lassen.

Apropos Social Media: Mit TikTok, Twitch und Tinder seid ihr in diesem Jahr einen ganz anderen Weg gegangen: keine leuchtenden Kinderaugen und sehnsüchtige Großeltern. Fehlt da nicht der eine große TV-Spot?

IRINA: Mit „So wird’s ein Fest“ fahren wir eine Kampagne, die komplett aus Social Media heraus gedacht ist. Wir setzen den Fokus ganz klar auf Kanäle mit jungen Zielgruppen. Dazu gehören die Video-Streaming-Plattform Twitch, die Dating-App Tinder und die Kurzvideo-Plattform TikTok. So erreichen wir Millennials und die Generation Z – Zielgruppen, die uns bislang noch nicht auf dem Schirm hatten.

Irina Zeiger Mit TikTok, Twitch und Tinder erreichen wir Millenials und die Generation Z

Irina Zeiger, Team Lead Social Media bei OTTO

KATHARINA: Das heißt übrigens nicht, dass wir keine TV-Spots senden. Im Gegenteil: es sind mehr als im letzten Jahr. Wir glauben einfach nicht daran, dass wir mit dem einen großen TV-Spot noch alle Zielgruppen erreichen können. Deshalb nein, leuchtende Kinderaugen und sehnsüchtige Großeltern in langen Spots – das braucht es nicht unbedingt!

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